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Altkleider-Sammlungen

Guter Zweck ist oft nur vorgetäuscht

Heinz-Peter Mohr am 02. Februar 2010 09:00

MARL. Sie bitten die Bürger um Altkleider-Spenden für „gute Zwecke", drücken auf die Tränendrüse, geben vor, Not leidenden Kindern zu helfen. Doch unter dem Mantel gemeinnütziger Organisationen verstecken sich oft kommerzielle Unternehmen, warnt die Verbraucherzentrale.

Erst kürzlich fanden die Marler Flugzettel eines „Vereins zur Kontaktpflege mit Behinderten“ in den Briefkästen. Vor diesem Verein warnte zum Beispiel die Stadt Hattingen ihre Bürger und hat ihn mehrfach abgemahnt. Wie kann man seriöse von unseriösen Spendensammlungen unterscheiden? Schwer, sagt Reint Jan Vos von der Marler Verbraucherzentrale. Denn selbst bekannte Wohlfahrtsverbände gäben ihre guten Namen für Altkleider-Sammlungen her. Kommerz-Unternehmen kauften ihnen dann die Ware ab, verkauften sie in Entwicklungsländern und vernichteten dort die Existenzgrundlage von Textilbetrieben. Viele Jugendliche und Frauen in afrikanischen Ländern leben vom Umarbeiten gebrauchter Kleidung oder vom Handel damit. „Menschen spenden und denken, dass mit ihren Altkleidern Gutes passiert“, sagt Reint Jan Vos. Doch viele Organisationen wüssten selbst nicht, was mit der von ihnen gesammelten Kleidung geschieht. „Der Altkleidermarkt ist undurchsichtig.“
Woran erkennt man seriöse Altkleidersammlungen? Nach Meinung der Verbraucherzentrale bürgt einzig das Zeichen von „Fairwertung“ für Seriosität. Mitglieder dieses Verbands sind katholische und evangelische Einrichtungen, die langjährige Erfahrungen mit Altkleidersammlungen haben. 
Ausgezeichnet sind die Christliche Arbeiterjugend (CAJ) und die Katholische Arbeiterbewegung KAB. Sie haben Container aufgestellt an der Friedrich-Wilhelm-Weber-Straße (St. Pius), Justus-von-Liebig-Straße (St. Michael), Wiesenstraße/Karl-Liebknecht-Straße und an der Römerstraße/Tannenstraße. Als seriös gelten auch die Sammlungen der Evangelischen Stadtk0irchengemeinde zugunsten von Bethel. Standorte sind am Philipp-Nicolai-Haus in der Gebrüder-Grimmstraße 8 und an der Christuskirche, Lipper Weg 111-117.

www.label-online.de  unter Suche nach Kategorien, Textilien, Bekleidung
und unter
www.FairWertung.deDie werkstatt brassert verkauft ihre Altkleider selbst – und zwar in Marl. Hier stellt sie seit Jahren Container auf. Vor zwei Jahren sammelte sie 15,6 Tonnen Altkleider an den 21 Standorten. Die Beschäftigten der werkstatt flicken und waschen die Altkleider, nähen Knöpfe daran und verkaufen sie im Kaufhaus an der Lassallestraße, teilt Geschäftsführer Rolf Hentschke auf Anfrage mit. Nach Abzug aller Kosten blieb ein Reinerlös von 40 000 Euro.
Mehr zum Thema lesen Sie in Ihrer Marler Zeitung.

Weitere Informationen im Internet unter

http://www.marler-zeitung.de/lokales/marl/Guter-Zweck-ist-oft-nur-vorgetaeuscht;art996,107792

02.02.2010

Umstrittener Verein sammelt Altkleider in Rade

Kommenden Montag wird abgeholt, so wirbt der "Verein zur Kontaktpflege mit Behinderten e.V." auf Flugzetteln, die aktuell in Rade verteilt werden. Im Internet lassen sich diverse Spuren dieses Vereines finden.

 

Immer wieder führt dieser Verein unter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeit Altkleidersammlungen durch, was sich leicht im Internet recherchieren lässt.

 

  • Die Stadt Speyer warnte bereits 2007 vor dem Verein: "„Die Unterstützung eines guten Zweckes ist .... nicht gewährleistet. Vielmehr besteht bei diesen Sammlungen der dringende Verdacht der ausschließlich gewerblichen Verwertung; am besten ignoriert man diese Sammelaufrufe“, so Claudia Bies, die zuständige ADD-Referatsleiterin für die landesweite Überwachung des Sammlungsgesetzes.
  • Ebenso warnte die Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e.V. und der Dachverbandes FairWertung vor dem offensichtlich nicht einmal gemeinnützigen Verein: "Hinter diesem Verein steht vermutlich ein Geschäftsmann, der auch unter anderen Vereinsnamen Kleidersammlungen durchführen läßt."
  • Und auch im Hellweger Anzeiger wurde im Januar 2009 bereits über den Verein berichtet: "Das sind gewerbliche Sammler, die einen carikativen Zweck vortäuschen".
  • Ebenso in der Zeitung Im Westen vom 22.10.2009: " Ob die Kleidung, oder der Erlös aus der Sammlung, tatsächlich behinderten Menschen zugute kommt, ist mehr als fraglich."
  • Und sogar bis in die Zeitschrift Stern hat der Verein es geschafft, denn auch hier wird vor dem "Verein zur Kontaktpflege mit Behinderten e.V." gewarnt: "Es gibt Sammler, die bewußt einen karitativen Zweck vortäuschen. Sie nennen sich ..."Verein zur Kontaktpflege mit Behinderten"..."

http://www.stadtnetz-radevormwald.de/article47693-2075.html

02.02.2010

Happy End für Kater Anton

Vermisster Vierbeiner taucht nach sechs Monaten wieder auf - Von Gabriele Marienhagen

Verspielt, aktiv und neugierig ist Bengal-Kater Anton. Nachdem er sechs Monate verschwunden war, konnte er jetzt seinen Besitzern zurückgegeben werden – Chip und Registrierung sei Dank

 

Rotenburg.  Kater Anton lebt ein paradiesisches Katzenleben. Sein Zuhause vorm Rotenburger Lintel liegt direkt am Wald. Täglich kann er nach Lust und Laune herumstromern. Seine Besitzer sorgen verantwortungsbewusst für ihn; auch die Gesellschaft von Artgenossen fehlt ihm nicht. Trotzdem war Anton eines Tages verschwunden. "Er kam von einem seiner Spaziergänge einfach nicht zurück“, berichtet sein Frauchen. Normales Verhalten für einen Kater? In der Tat. Was jedoch ungewöhnlich an Antons Geschichte ist: Nach einem halben Jahr, als schon niemand mehr damit rechnete, wurde der Bengale wiedergefunden. "Dass wir ihn zurückbekommen haben, ist allein der Tatsache zu verdanken, dass Anton gechipt und registriert ist“, erklärt Dr. Helga Muhle. Als Tierärztin weiß sie genau, wie wichtig es ist, Katzen identifizierbar zu machen. "Unser Anton ist das beste Beispiel dafür, dass sich der kleine Eingriff wirklich lohnt“, betont sie. Wie’s funktioniert? Der Tierarzt platziert mit einer Spezialkanüle einen etwa reiskorngroßen Transponder-Chip ins Bindegewebe an der linken Halsseite. Davon merkt das Tier so gut wie nichts. Jeder Chip besitzt eine einmalige Seriennummer, die mit einem Lesegerät abgefragt werden kann. Dieser Code wird mit den Daten des Tierbesitzers verknüpft und beim Haustierregister Tasso verzeichnet. Die Registrierung ist ebenso kostenlos wie das Rückvermitteln des Tieres bei Verlust. Der Verein Tasso, der sich aus Spenden finanziert, unterhält die größte Datenbank für Haustiere in Europa (über 3,5 Millionen Tiere) und vermittelt nach eigenen Angaben jährlich mehr als 40.000 Tiere an ihre Besitzer zurück. So wie Anton. Nach seinem Verschwinden hatte Dr. Helga Muhle wochenlang nach ihm gesucht und Dutzende von Vermisstenanzeigen ausgehängt. "Ganz viele Leute haben mir geholfen“, berichtet die 59-Jährige. Doch ohne Erfolg. Der junge Zuchtkater, der schon einige Preise eingeheimst hatte, tauchte nicht wieder auf. Bis Mitte Januar. Da entdeckte Regina Buchhop, in Unterstedt ansässige Vorsitzende des Tierschutzvereins Rotenburg, den offenkundig Anschluss suchenden Bengalen auf ihrem Grundstück. Sie nahm ihn auf, brachte ihn ins Tierheim, untersuchte ihn, wie es Standard ist, per Lesegerät auf einen Transponder-Chip und landete einen Treffer. Antons Besitzer konnten ermittelt werden, der Kater kam unverzüglich wieder nach Hause. Leider ist dieser Ablauf nicht die Regel. Zwei Drittel aller Hunde und Katzen in Deutschland sind nämlich ohne den Chip unterwegs, der eine eindeutige Zuordnung zu ihrem Besitzer ermöglichen würde. Einen ungechipten Hund oder eine ungechipte Katze auf die Straße zu lassen halten Tierschützer zumindest für leichtsinnig. Denn läuft der Vierbeiner weg und kommt nicht von allein zurück, wird der Halter ihn sehr wahrscheinlich nicht wiedersehen. Tausende von Hunden und Katzen landen deshalb völlig unnötig als Fundtiere im Heim. Ob es ein Zufall war, dass Anton sich ausgerechnet bei Regina Buchhop einfand? Seine Besitzerin glaubt eher daran, dass der Kater gezielt bei der Tierschützerin abgesetzt wurde. "Der sah so gut aus, dass er unmöglich sechs Monate draußen gelebt haben kann – wohlgenährt und mit glänzendem Fell, nicht etwa verletzt und verängstigt.“ Irgend jemand, so die Vermutung, hat Anton aufgegabelt, sich um ihn gekümmert und ihn jetzt – warum auch immer - wieder zurückgegeben. Schließlich ist der Grautiger keine gewöhnliche Katze, sondern als Bengale eine besondere Erscheinung – gerade vom Charakter her. Als typischer Vertreter seiner Rasse zeichnet er sich durch große Verspieltheit, Aktivität und Neugier aus. Seine Besitzerin ist glücklich, dass er wieder da ist. Und sie hat dafür gesorgt, dass seiner Unternehmungslust ab sofort Grenzen gesetzt sind. Der Championanwärter wurde kastriert. Auf diese Weise wird er zwar keinen Rassekatzen-Nachwuchs mehr in Welt setzen. Aber er darf Freigänger bleiben. Und Dr. Helga Muhle darf hoffen, dass sie für Anton die Dienste von Tasso nicht wieder in Anspruch nehmen muss

http://www.rotenburger-rundschau.de/redaktion/redaktion/aktuell/data_anzeigen.php?dataid=75621

31.01.2010

Polizisten überfahren Hund - Halterin soll zahlen

Hoisdorf - Erst überfuhr die Polizei absichtlich ihren ausgerissenen Hund „Robby“, dann präsentierte sie der Halterin eine Rechnung für den verbeulten Dienstwagen. Eine 65-Jährige aus Hoisdorf (Kreis Stormarn) soll deswegen 2557,31 Euro Schadenersatz wegen Sachbeschädigung an die schleswig-holsteinische Landeskasse überweisen, berichtet die Regionalausgabe Stormarn des „Hamburger Abendblattes“ (Sonnabend-Ausgabe). Ihr Hund „Robby“, ein Australien Shepherd, war in der Silvesternacht ausgebüxt. Was dann geschah, ergibt sich aus dem Schreiben der Behörde, das der Zeitung nach eigenen Angaben in Kopie vorliegt: Weil es nicht gelang, das Tier einzufangen oder durch einen gezielten Schuss zu töten, musste der Hund letztlich zur Verhinderung von Gefahren für die anderen Verkehrsteilnehmer mit dem Dienstfahrzeug überfahren werden. Dabei war das Dienstfahrzeug derart beschädigt worden, dass es durch eine Fachwerkstatt repariert werden musste und drei Tage nicht einsatzfähig war. Dadurch seien dem Land Schleswig-Holstein Kosten entstanden, hieß es. Anja Laupichler vom Tierschutzverein Großhansdorf/Ahrensburg sprach von einem „unfassbaren Skandal“. Eine Sprecherin des Landespolizeiamtes sagte der Zeitung, das Vorgehen sei aus polizeilicher Sicht richtig: „Aus menschlicher Sicht ist das natürlich eine grausame Geschichte; dennoch werde der Fall intern noch einmal geprüft“.

http://www.ln-online.de/artikel/2729254

30.01.2010

Katzen nach Einbruch weg

WORMS

(sum). "Geld kann man ersetzen, kaputte Möbel auch. Doch Lebewesen nicht." Jolanta Gassem, die ihre Tierarztpraxis in der Seidenbenderstraße hat, muss nach einem Einruch einen für sie schweren Verlust verkraften. Vier Katzen sind weggelaufen, nachdem bislang unbekannte in ihre Praxis eingestiegen waren, alles durchwühlt und zerstört hatten. Die Samtpfoten konnten durch ein von den Tätern eingeschlagenes Fenster nach draußen gelangen. Die Tiere, so erklärte Gassem, waren bei ihr auf einer Pflegestelle, um von hier aus in gute Hände vermittelt zu werden. Verschwunden sind nun eine große Katze mit rotem Fell, eine kleine schwarze, ein grau-weiß-getigerter Kater und, "was besonders schlimm ist", eine dreizehneinhalb Jahre alte, grau getigerte Katzenseniorin, die auf einem Auge blind ist". Bislang sind sie nicht wieder aufgetaucht, obwohl die Tierärztin versucht, sie mit Futter wieder anzulocken. Die Einbrecher hatten die Praxis in der Nacht von Sonntag auf Montag heimgesucht, in der Zeit zwischen 8.30 und 11.15 Uhr. Die Langfinger erbeuteten wenig, nur ein wenig Münzgeld. Wer Hinweise geben kann, auch zu den entlaufenen Tieren, kann sich melden bei der Polizei unter Telefon 0 62 41 /85 20 oder direkt bei Jolanta Gassem, Telefon 5 55 55.

http://www.wormser-zeitung.de/region/worms/meldungen/8296241.htm

27.01.2010

Kater „Dickie“ ist nach fünf Monaten wieder da

Schneeren (os). Obwohl bei Familie Hoffknecht bereits mehrere Katzen innerhalb der vergangenen Jahre verschwunden sind, lief auch nach Kater „Dickie“ wieder eine große Suchaktion an. Das Tier war am 21. August mittags am Eismannsberg verschwunden, auch Plakate an Bäumen und Schildern halfen nicht. „Die Ungewissheit ist jedes Mal ein ungutes Gefühl“, sagt Rainer Hoffknecht. Seine Tochter Marie-Louise setzte sich schließlich durch und meldete das gechipte Tier bei einem Suchregister. Am Mittwoch letzter Woche kam dann der kaum noch erwartete Anruf. „Dickie“ war aufgetaucht und konnte in Stolzenau bei einem Tierarzt abgeholt werden. Der Mediziner war stutzig geworden, als ein Mann den Kater als Katze vorstellte und ihn kastrieren lassen wollte. „Dem Mann war Dickie im Oktober zugelaufen, er vertrug sich aber nicht mit dessen Kater“, hat Hoffknecht erfahren. Wegen des „falschen Geschlechts“ meldete der Tierarzt die Chipnummer des Katers, das Register informierte dann die Schneerener Familie. Die ist froh, ihren „Dickie“ wiederzuhaben. Der heißt eigentlich „Caruso“ und handelte sich den Spitznamen durch die Folgen seines guten Appetits ein. Bei der Abholung erkannte Dickie vor allem Marie-Louise sofort wieder und nahm direkt Tuchfühlung auf. „Er ist auf keinen Fall von allein bis Stolzenau gelaufen“, ist Rainer Hoffknecht sicher. „Über 30 Kilometer und die Weserüberquerung - unmöglich.“ Durch die Plakate in Schneeren fiel zudem auf: „Hier sind noch mehrere Katzen verschwunden, mindestens fünf innerhalb weniger Monate, zuletzt am 19. November“, weiß Hoffknecht. Er hofft, dass unbekannten Menschen oder Fahrzeugen künftig mehr Aufmerksamkeit zuteil wird. Auch wenn Katzen mal von allein verschwinden, diese Häufung ist dem Schneerener suspekt.

http://www.neustaedter-zeitung.de/newsdetails.aspx?ArticleID=1772

25.01.2010

Viele Gründe für das Verschwinden von Katzen

Stellungnahme | Der Deutsche Tierschutzbund warnt vor voreiligen Schlüssen: „Die Gerüchteküche brodelt.“

Thiersheim - In der Einschätzung der Frage, ob es einen organisierten Katzendiebstahl gibt, gehen die Meinungen auseinander. Zu unserem Artikel "Damit die Tiere nicht im Versuchslabor landen" vom 16. Januar hatten wird in unserer Freitagsausgabe einen Leserbrief der Aktion "No Catnapping" veröffentlicht. Nun liegt uns zum gleichen Artikel eine Stellungnahme des Deutschen Tierschutzbunds, Bonn, vor. Demnach werden der Statistik der Bundesregierung zufolge jährlich "nur" rund 800 Katzen in Deutschland zu wissenschaftlichen Zwecken verwendet. Die Gerüchteküche brodle dennoch. "Schließt man die Verwendung von Katzen in deutschen Laboren aus, bleibt die Befürchtung, gestohlene Tiere würden ins Ausland verfrachtet. Den Nachweis konnte bisher niemand erbringen", heißt es in der Mitteilung. Der Deutsche Tierschutzbund setze sich zwar seit Jahren dafür ein, dass Tierversuche durch Methoden ersetzt werden, für die keine Tiere leiden oder sterben müssten. Doch nach wie vor würden auch in deutschen Laboren Versuche an Katzen durchgeführt. Die Rechtslage sei eindeutig: Dem Deutschen Tierschutzgesetz zufolge dürften seit 1986 grundsätzlich nur Wirbeltiere zu Versuchen verwendet werden, die eigens für diesen Zweck gezüchtet wurden. Versuchskatzen dürften nur aus Versuchstierzuchtbetrieben und institutsinternen, von den zuständigen Behörden zugelassenen Zuchten bezogen werden. Wissenschaftler, die Versuche an Katzen durchführen wollen, müssten die Genehmigungs- Behörde über die Herkunft ihrer Tiere informieren. Jedes Institut, das Tierversuche mache, müsse einen "Tierschutzbeauftragten" beschäftigen, der prüfen müsse, ob die Herkunft der verwendeten Versuchstiere mit den gesetzlichen Bestimmungen übereinstimme. Für das Verschwinden von Katzen könne es viele Gründe geben. Vor allem im Frühjahr seien Katzen gerne auch länger unterwegs. Dass ein Kätzchen sich selber ein neues Zuhause sucht, komme gar nicht selten vor. Unzählige Tiere würden zudem als Verkehrsopfer von der Straßenreinigung eingesammelt. Ihre Besitzer erführen nie, was ihrem Tier zugestoßen sei. Hunderttausende Katzen würden von Jägern erschossen. Wer konkrete Hinweise habe, könne hier ebenso Strafanzeige erstatten wie bei dem Verdacht, Katzen würden zur Ausbildung von Kampfhunden eingesetzt. Dass Fellhändler Katzen einfangen lassen und deren Felle zu Rheumadecken verarbeiten, werde immer wieder vermutet. Altkleidersammlungen kämen in Verdacht. "Es heißt, ein ganzes Netz von internationalen Tierfängern sei unterwegs. Doch der Handel mit Katzen- und Hundefellen ist seit 31. Dezember 2008 in der gesamten EU verboten. Trotz langjähriger Recherchen konnte kein Netz von Tierdieben aufgedeckt werden", heißt es in der Pressemitteilung wörtlich. Im Großraum München zum Beispiel sei vor etwa drei Jahren wegen des Verdachts des organisierten Tierdiebstahls ermittelt worden. "Laut Kriminalpolizei konnten keine Anhaltspunkte für ein Bestehen dieses Delikts gewonnen werden." In den Tierheimen leben dem Tierschutzbund zufolge unzählige Fundkatzen, nach denen sich nie jemand erkundige. Wenn sie gekennzeichnet und im Deutschen Haustierregister angemeldet seien, hätten Fundtiere eine gute Chance, zu ihrem Besitzer zurückzukommen. Dass manchmal Katzenhasser Katzen in ihrer Umgebung umbringen, könne die regionale Häufung des Verschwindens erklären.

http://www.frankenpost.de/nachrichten/fichtelgebirge/arzberg/art2432,1172017

23.01.2010

Hundewelpen tot aufgefunden – Behörden bitten um Hinweise

Waghäusel-Wiesental. Im Zusammenhang mit dem Fund von zehn toten Hundewelpen bei Waghäusel-Wiesental ermitteln das Veterinäramt des Landratsamtes und die Polizeihundestaffel Karlsruhe wegen Verdachts eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Ein Spaziergänger hatte die drei bis sieben Tage alten Tiere am Mittwoch etwa 300 Meter nördlich des Wiesentaler Funkturms im Bereich eines parallel zur Bundesstraße 36 verlaufenden Waldweges entdeckt und die Polizei verständigt. Nach deren Ermittlungen dürften die zwei Hündinnen und acht Rüden vermutlich an Unterkühlung gestorben sein.

Das Haarkleid der Tierbabys ist dunkel; über ihre Rasse kann noch keine Aussage getroffen werden; weitere tiermedizinischen Untersuchungen sind derzeit noch im Gange.

Die Behörden bitten um Beantwortung folgender Fragen:

Wer hat vor dem 21. Januar 2010 im Bereich des Fundortes verdächtige

Wahrnehmungen gemacht?

Wo wird eine Hündin gehalten, die erst kürzlich geworfen, nun aber keine

Welpen mehr hat?

Hinweise werden unter Telefon (0721) 936-6860 vom Veterinäramt des

Landratsamtes Karlsruhe beziehungsweise rund um die Uhr unter der Nummer

(0721) 663398-0 durch die Polizeihundeführerstaffel des Polizeipräsidiums

Karlsruhe entgegen genommen.

Fritz Bachholz

Beiertheimer Allee 16 • 76137 Karlsruhe • Telefon 0721 939-4010 • Telefax 0721 939-4013

karlsruhe.pp.oe@polizei.bwl.de www.polizei-karlsruhe.de  • www.service-bw.de

22.01.2010

VON BERND-OLAF STRUPPEK

NORDERSTEDT

TIERSCHUTZVEREIN

Das sind die Opfer falsch verstandener Tierliebe

Katzenfreunde nehmen im Winter verfrorene Stubentiger bei sich auf, aber vernachlässigen es, den Fund der

Vierbeiner offiziell zumelden.

KREIS SEGEBERG. "Eis und Schnee - das ist kein Wetter für Katzen", sagt Katrin Witthöft, stellvertretende Vorsitzende des TierschutzvereinsWesterwohld, "die Rassen stammen doch ursprünglich aus dem warmen Süden." Und so kommt es, dass zuletzt angesichts winterlicher Witterung auch im Kreis Segeberg einige Wärme liebende Stubentiger von Katzenfreunden aufgenommen und ins Haus geholt wurden. "Viele Finder denken, das arme Tier habe jemand ausgesetzt und behalten es. Und ein paar Straßen oder einen Ort weiter trauern die tatsächlichen Besitzer um ihr Tier", beklagt Katrin Witthöft die falsch verstandene Tierliebe. Noch gravierender die Verstöße, die die Tierschützerin ("Unglaublich, aber wahr!") einigen hiesigen Tierärzten zuschreibt: Die Veterinäre vermittelten bei ihnen abgegebene Katzen, statt den Tierschutzverein Westerwohld, der das Tierheim in Henstedt-Ulzburg (Kirchweg 124e) betreibt, und auf Basis eines Vertrags mit den Kommunen und Ämtern aus der Region für alle Fundtiere aus einem Großteil des Kreises Segeberg zuständig ist, zu benachrichtigen. Die stellvertretende Vorsitzende: "Den Leuten wird dann gesagt, im Tierheim sei es so voll und ganz schrecklich..." Rechtlich betrachtet, so fallen zugelaufene Tiere unter das Fundrecht. Wer also ein Tier findet und aufnimmt, ist gesetzlich dazu verpflichtet, dies dem zuständigen Ordnungsamt zu melden. Wer dies unterlässt, das Tier einfach behält oder privat weitergibt, begeht eine sogenannte Fundunterschlagung - und kann im Höchstfall mit einer Geldstrafe von 5000 Euro oder einer Haftstrafe von bis zu drei Jahren bestraft werden. Eine große Zahl Katzen verlaufen sich laut der Expertin schlichtweg, weil sie nicht über den Orientierungssinn verfügten, denen der Volksmund ihnen zuspreche. Jüngst habe es der Tierschutzverein zum Beispiel mit einem Tier zu tun gehabt, das in der Gemeinde Leetzen verschwunden sei, um einige Wochen später - nach einem Weg quer durch den Kreis Segeberg - in Lentföhrden wieder aufzutauchen.Ist die eigene Katze verschwunden, sollten die Besitzer schnellstmöglich mit der eigenen Suche beginnen - und zwar zunächst im näheren Umfeld. Sonst wiederholt sich der traurige Fall einer Katze, die just beim Tierschutzverein Westerwohld als vermisst gemeldet worden war - um dann von den Besitzern erfroren in einem Schuppen auf dem Grundstück gefunden zu werden. "Suchen Sie auch in Kellern, Schuppen, Garagen und unter Anhängern. Es ist wichtig, überall selbst nachzusehen und zu rufen, weil das Tier Ihre Stimme erkennt", rät Katrin Witthöft Katzenbesitzern. Weiter sollten Suchplakate mit Foto aufgehängt und verteilt, bei Polizei und Bauhöfen wegen verunfallten Tieren gefragt, das Haustierregister (Deutscher Tierschutzbund/Tasso) verständigt, Zeitungsanzeigen mit Bild veröffentlicht und natürlich der Tierschutzverein Westerwohld, Tel. 0163/927 82 78, informiert werden.

http://www.abendblatt.de

22.01.2010

Mit 150 Welpen quer durch Europa?

Von Bernd Zimmermann,

Ein gutes Dutzend Menschen wartete Dienstagnachmittag im Welpenwaisenhaus in Tondorf auf ihre Wunsch-Hunde. Doch eine Frau des Kreisveterinäramts ließ die Tiere beschlagnahmen. Sie befürchtete einen illegalen Tiertransport.

KREIS EUSKIRCHEN - Erwartungsvoll waren die Zülpicherin Elke Mührer und ein Bekannter zu einem Tierheim nach Tondorf gefahren, denn dort sollte am Dienstagnachmittag ein Transport mit der ersehnten acht Jahre alten Boxerhündin „Pompom“ eintreffen, die der Bekannte von Elke Mührer in Pflege nehmen wollte. Doch die frohgemute Stimmung verflog rasch. Denn während sich ein gutes Dutzend Menschen im Hof des Tierheims um den Tiertransporter drängte und darauf wartete, die jeweiligen Wunsch-Hunde in Empfang nehmen zu können, rollte plötzlich ein schwarzer Mercedes heran. Eine Frau sprang heraus und erklärte der überraschten Gruppe: „Ich bin vom Kreisveterinäramt und beschlagnahme die Hunde.“ Einen Dienstausweis habe die Frau nicht gehabt, schildert Elke Mührer. Ihren Namen habe die Frau auch nicht genannt, die offenbar einen illegalen Tiertransport vor sich zu sehen glaubte. Was dann folgte, darüber gibt es unterschiedliche Aussagen. Denn die Frau mit dem schwarzen Mercedes war tatsächlich vom Kreisveterinäramt, wie sich später herausstellte. Sie vermutete illegal in die Bundesrepublik eingeschmuggelte, ungeimpfte Welpen in dem Transporter. Doch dies war der Zülpicherin, die beim Ordnungsamt einer Kommune im Rhein-Erft-Kreis tätig ist, in diesem Moment egal. Denn die Kreismitarbeiterin habe sich ja nicht ausgewiesen. Und so telefonierte Mührer zunächst mit dem Vorzimmer des Landrats und mit ihr bekannten Behörden, um sich zu versichern, dass sie sich für ihr weiteres Vorgehen auf rechtlich sicherem Terrain bewegte. „Der Hund, für den wir nach Tondorf gekommen waren, war kein Welpe, sondern acht Jahre alt und hatte alle nötigen Papiere. Und deshalb haben wir unseren Hund eingeladen und sind gefahren.“ Später sei dann Veterinäramtsleiter Dr. Jochen Weins bei ihrem Mann zu Hause vorstellig geworden und habe rechtliche Schritte angedroht. Denn schließlich habe sie ja eine Beschlagnahme verhindert, was mit bis zu 25 000 Euro Strafe geahndet werden könne. Waisenwelpenhaus ist nicht betroffen Gestern Mittag bezog die Kreisverwaltung Stellung zu den Vorwürfen der engagierten Tierschützerin Elke Mührer. Heinz Rosell, Geschäftsbereichsleiter Recht und Ordnung des Kreises Euskirchen, und Kreisveterinär Jochen Weins stellten zunächst eines klar: „Das Welpenwaisenhaus in Tondorf hat mit der ganzen Aktion nichts zu tun. Da hat der Transport nur Station gemacht.“ Tatsächlich sei man nach Hinweisen aus Spanien und Baden-Württemberg einer Organisation auf der Spur, die gutwillige Tierschutz-Vereine und Initiativen ausnutze, um ungeimpfte Hunde aus Südeuropa nach Deutschland zu bringen und damit Geschäfte zu machen. „Im konkreten Fall hatten wir den Hinweis, dass der Transport aus Villena / Alicante 150 Welpen an Bord habe, die in Südeuropa unter erbärmlichen Umständen aufgezogen wurden, um sie dann in Deutschland gegen Schutzgebühr abzugeben“, sagte Dr. Weins. Man wisse aus zuverlässiger Quelle, dass allein für den Transporter und einen Anhänger, die mit Hunden vollgepackt worden seien, rund 5000 Euro Transportgeld an den Spediteur gezahlt würden. Dieser Transport sei nicht angemeldet gewesen, was nach der „Binnenmarkt-Tierseuchen-Schutzverordnung“ aber der Fall sein müsste. Der Fahrer habe keine Transportpapiere dabei gehabt, die Impfausweise könnten auch gefälscht sein, da man von einem kriminellem Hintergrund ausgehen müsste. Deshalb müsse man den Impfstatus der Hunde feststellen. Denn man könne nicht riskieren, dass Tierseuchen wie etwa die Tollwut eingeschleppt würden. „Außerdem bringen Hunde aus Südeuropa auch Babesien, Leishmaniose oder Herzwürmer mit. Und diese Blutparasiten verbreiten sich über Mücken dann auf andere Lebewesen. Das wird von den europaweit aktiven Tierschützern oft übersehen“, so Weins. Dass die Mitarbeiterin des Kreisveterinäramtes keinen Dienstausweis dabei gehabt habe, sei ein Versehen, räumte Heinz Rosell ein. Sie habe sich aber namentlich und mit der Bezeichnung ihrer Behörde vorgestellt, bekräftigte die Frau gegenüber der Rundschau. „Dass dann ausgerechnet eine Kollegin einer anderen Behörde vor den wartenden Menschen Stimmung gegen unsere Maßnahme macht, überrascht uns schon“, so Jochen Weins. In dem Transporter seien in Tondorf übrigens nur 13 Hunde angekommen. Und auch der angeblich mitgeführte Anhänger sei offenbar nebst Beifahrer auf der 1800 Kilometer langen Reise irgendwo deponiert worden. Der Transporter habe sich auf der Autobahn wenig später, nachdem er durch die Polizei kontrolliert worden war, eine regelrechte Verfolgungsfahrt mit der Mitarbeiterin der Kreisverwaltung geliefert, sei dann aber in Wißkirchen abgefahren und wieder nach Tondorf zurückgekehrt, berichtete Jochen Weins gestern: „Das war ein bisschen wie Cobra 11“. Warum der Transporter nach Tondorf gekommen war, dafür hatte der Veterinär eine einfache Erklärung. Das von den Behörden als integer und exzellent geführte Welpenwaisenhaus von Gabi Hohn und ihrer Familie hatte sich bereit erklärt, drei kranke Welpen in seine Quarantänestation aufzunehmen und gesund zu pflegen. Weins: „Mit kriminellen Praktiken der so genannten Tiermafia hat das Tondorfer Tierheim nichts zu tun.“

http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1262692401181.shtml

21.01.2010

Gestohlen und ausgesetzt: Aika bleibt vermisst

Die 14-jährige belgische Schäferhündin Aika wurde nahe Kritzmow und Biestow-Ausbau bei Rostock ausgesetzt.

Ein Autodieb hat die 14-jährige Schäferhündin von Familie Wetzel bei Kritzmow aus dem Transporter geworfen. Der Mann ist gefunden worden – das Tier noch nicht. Rostock (OZ) - „Wir können von unserer Aika nicht loslassen.“ Katrin Wetzel (39) aus Weisdin bei Neustrelitz denkt Tag und Nacht an ihre 14-jährige belgische Schäferhündin. Wie es dem Tier wohl geht. Ob es überhaupt noch lebt. Und warum Aika auf ihre alten Tage so ein tragisches Schicksal erleiden muss: Sie wurde am 19. Dezember von einem Autodieb bei Kritzmow aus dem alten Transporter der Familie geworfen. Das Fahrzeug, in dem die Hündin schlief, war zuvor vom Parkplatz am Rostocker Weihnachtsmarkt gestohlen worden. Am 7. Januar tauchte der Transporter wieder auf. Die Polizei fand ihn in Niendorf bei Schwaan. „Vollschaden, aber das ist uns ja unwichtig“, berichtet Stephan Wetzel (40). Die einzige Frage sei vielmehr gewesen: Wo ist unsere Hündin? Eine Woche später war der Autodieb gefasst. Beamte der Kriminalpolizei fuhren mit Stephan Wetzel am 13. Januar zu einem 26-jährigen Tatverdächtigen nach Schwaan (Landkreis Bad Doberan). Bei der Hausdurchsuchung seien Dinge aus dem gestohlenen Auto gefunden worden, sagt Wetzel. Und: „Der Autodieb soll unseren Transporter an einer Güstrower Tankstelle mit Diesel vollgetankt haben – ohne zu bezahlen.“ Der Schwaaner werde wegen Diebstahls belangt. So weit, so gut. Aber auch an diesem Tag blieb die erhoffte Antwort auf die Frage nach Aika aus. „Der junge Mann hat kein Wort über das Schicksal unseres Hundes gesagt, sondern nur, dass er gar nichts weiß“, meint Katrin Wetzel wütend. Sie begreift nicht, wie man so handeln könne. Der Kriminelle habe für schlimme vier Wochen im Leben der Wetzels gesorgt. Seit dem 19. Dezember irrt ihre Hündin durch die Eiseskälte, ohne Nahrung und Trinkwasser. Und fern von ihrem „Familien-Rudel“. Haushunde sind von ihrer Entwicklung her – wie ihre Wolfs- Vorfahren – bis heute Rudeltiere geblieben. Sie verhalten sich sehr sozial und kontaktfreudig, denn nur so können Hunde bei Menschen leben. Aika fehlt dieser enge und langgewohnte Familienzusammenhalt nun, dies bedeutet für das Tier enormen Stress. Alles in allem ist das ein Fall von Tierquälerei. Die Wetzels überlegen jetzt, den Autodieb auch deswegen anzuzeigen. Obwohl Katrin und Stephan Wetzel so langsam ahnen, dass sie ihre Hündin vielleicht nicht mehr lebend wiedersehen: Sie hoffen immer noch, dass Aika irgendwo zwischen Kritzmow und Biestow-Ausbau bei Rostock Unterschlupf gefunden hat. Es gibt Hinweise. „Nach einer Meldung der Ostsee-Zeitung sind die meisten Informationen gekommen“, sagt Katrin Wetzel. Darüber sei die Familie dankbar. Mehrfach wurde die Hündin mit ihrem roten Halsband nahe der beiden Dörfer gesehen. Zuletzt am 26. Dezember. „Wir sind dann immer von unserem Dorf bei Neustrelitz dorthin gefahren“, erzählt Stephan Wetzel. Sie sind über Wiesen und Felder gelaufen. Haben sich heiser gerufen, an Gehöften nachgefragt. Aufgetaucht ist Aika jedoch nicht. Auch in keinem Tierheim. Die letzte Hoffnung: „Vielleicht hat sie jemand aufgenommen, der ihre schlimme Lage erkannt und keine Angst hat“, sagt Katrin Wetzel. Sie und ihr Mann geben nicht auf: „Aika ist bei uns so alt geworden – und in dieser lebensgefährlichen Notlage können wir ihr nun nicht beistehen.“ Mancher mag sagen, es ist ja „nur“ ein Hund. Für die Wetzels dreht sich alles um ihre Verantwortung für ein Lebewesen.

Info: 0 39 81/23 83 48

BERNHARD SCHMIDTBAUER

http://www.ostsee-zeitung.de/index_artikel_komplett.phtml?SID=2d914d2fac750548e27cc8069163e3f3&param=news&id=2671195

21.01.2010

Kater sorgt für kleines Wunder

Sonny war seit April 2008 verschollen: Jetzt brachte ihn eine Familie aus dem Vogelsbergkreis zurück

Von Dorothea Backovic

Bad Hersfeld. Kater Sonny ist entspannt. Gemütlich döst er auf dem Fensterbrett eines Hauses in der Reckeröder Straße in Bad Hersfeld. Diese Idylle ist aber erst wenige Tage alt: Das Tier war seit April 2008 verschwunden. Eines Tages kam der Freigänger einfach nicht zurück. Inge Vittoe, ihre Tochter Aileen, ihr Sohn Kevin und Großvater Alfred Loutchan versuchten alles, um den damals neun Monate alten Stubentiger zu finden. Vergebens. Jetzt meldete sich Familie Schultheis aus dem 80 Kilometer entfernten Bermutshain im Vogelsbergkreis. Vor drei Wochen ist ihnen der Kater zugelaufen. Aufgrund seiner Tätowierung und deren Registrierung kam Familie Schultheis an die Telefonnummer der Besitzer. Vittoes waren ihnen sehr dankbar und holten das Tier erleichtert ab. Abgemagert und gewürgt Bei diesem Besuch erfuhren sie ein paar erschreckende Details: "Nachbarn der Familie Schultheis hatten unseren Kater wohl vor über einem Jahr an einer Autobahnraststätte aufgelesen. Er war total abgemagert und hatte Würgemale um den Hals", berichtet Inge Vittoe. Eine Horrorvorstellung für jeden Katzenbesitzer. Die Leute gingen davon aus, dass das geschundene Tier ausgesetzt wurde. "Wir sind diesen Menschen dankbar. Andere fahren einfach vorbei oder lassen es liegen", sagt Alfred Loutchan, der mit seiner Tochter und den Enkeln im selben Haus wohnt. "Aileen hat immer wieder gesagt, sie spüre, dass er lebt."

Alfred Loutchan Die Wiedersehensfreude war groß: Besonders bei der 17-jährigen Aileen. "Sie brach in Tränen aus", sagt Mutter Inge. Letztlich hat sich die Ahnung des Teenagers bewahrheitet. Alfred Loutchan erzählt: "Aileen hat immer wieder gesagt, sie spüre, dass er lebt." Auch Familienhund Nick freute sich, dass das Kätzchen, mit dem er früher oft gespielt hat, zurück ist. Sonny hat sich gut entwickelt: Er wiegt fünf Kilogramm, sein Fell glänzt, und er ist verschmust wie in seinen Zeiten als süßes Kätzchen. Neue Bewohner Das Heim des Ausreißers hat in den letzten 20 Monaten neue Bewohner hinzugewonnen. Als Sonny fort war, nahmen Vittoes nämlich Kater Leo und Katze Miezi bei sich auf. Von tierischem Neid oder Missgunst ist aber nichts zu spüren. Die drei Katzen verstehen sich richtig gut. Noch darf Sonny nicht allein raus. Er muss sich erst an seine Umgebung gewöhnen. Seine Besitzer können nur hoffen, dass er beim nächsten Freigang nicht wieder auf die Idee kommt, einen mehrmonatigen Ausflug zu unternehmen. Hintergrund

http://www.hersfelder-zeitung.de/hersfeldstart/00_20100120172806_Kater_sorgt_fuer_kleines_Wunder.html

20.01.2010

Rikkis grausamer Tod

WEISSENBURG/GÖPPERSDORF – In einer illegal aufgestellten Tierfalle bei Göppersdorf ist ein Hund brutal getötet worden. Die Polizei hat inzwischen den Jäger ermittelt, der die unzulässige Falle aufgestellt hat. Die Tierschützer laufen Sturm.

Ein Ellinger Ehepaar ist kürzlich mit der 13-jährigen Tochter und dem eineinhalbjährigen Mischlingshund «Rikki» in der Nähe von Göppersdorf spazieren gegangen. Auf dem Feldweg ließen sie den Hund frei laufen und herumtollen. Auf einmal verschwand der Vierbeiner im Unterholz und gab kurz darauf einen markerschütternden Schrei von sich. Die Familie entdeckte ihren Hund, der mit dem Kopf in der Falle steckte. Die Eltern versuchten noch, diese wieder zu öffnen und ihn zu befreien. Doch die Hilfe kam zu spät. Das Rückgrat des Hundes war gebrochen. Die Besitzer luden den Kadaver ins Auto und fuhren umgehend zur Weißenburger Polizei. Sie erstatteten Anzeige. Doch als die Polizisten etwa eine Stunde später am Ort des Geschehens eintrafen und sich selbst ein Bild von der Szenerie machen wollten, war die Falle verschwunden. Die Beamten fanden lediglich einen abgeschlagenen Hühnerkopf und ein paar Federn. Das ist durchaus üblich, um sogenanntes Haarraubwild wie Marder oder Iltisse anzulocken.

Fallensteller ermittelt

Der Polizei gelang es dennoch, den Fallensteller ausfindig zu machen. «Da grundsätzlich eine Gefährdung von Haustieren bei der Jagd ausgeschlossen werden muss, wird gegen den Mann eine Anzeige beim Landratsamt Weißenburg erstattet», schreibt die Polizei in ihrem Bericht. Diese lag dort gestern noch nicht vor, wie der zuständige Sachgebietsleiter Bernd Oster auf Anfrage des Weißenburger Tagblatts bestätigte. In Bayern sind Jagdfallen anders als in anderen Bundesländern nicht generell verboten. Allerdings müssen die Jäger den Besuch eines Fallenlehrgangs nachweisen, der seit Mitte der 90er-Jahre aber ohnehin fester Bestandteil der Jägerprüfung ist. Außerdem muss der Jäger den Einsatz der Fallen beim Landratsamt anmelden. Und: Zulässig sind nur Lebend- oder sogenannte Zugfallen. Bei Ersteren wird das Tier – wie der Name schon sagt – lebendig gefangen. Die Zugfallen schnappen zu, sobald ein ein Köder weggezogen wird. Die Fallen sind so konzipiert, dass sie dem Tier das Genick brechen, um ihm unnötiges Leid zu ersparen. Trittfallen, wie sie offenbar «Rikki» zum Verhängnis wurden, sind auch in Bayern streng verboten. Wie viele Fallen in Weißenburg-Gunzenhausen im Einsatz sind, kann Sachgebietsleiter Oster aber nicht ohne Weiteres sagen. «Wir führen darüber keine Statistik.» Die Zahl ließe sich nur durch aufwendiges Auswerten der einzelnen Anträge ermitteln. Probleme mit Jägern, die Fallen aufstellen, habe es in den vergangenen Jahren jedenfalls höchst selten gegeben – und wenn, dann handelte es sich um Lebendfallen. Nach Auskunft des Sachgebietsleiters dürfen die todbringenden Fangeisen im Freistaat nur so aufgestellt werden, dass eine Gefährdung von Menschen und Haustieren ausgeschlossen werden kann. Die Falle lediglich in einem Gebüsch oder im dichten Unterholz zu verstecken, reiche in der Regel nicht aus, informierte er. «Dort ist sie ja auch zugänglich, sonst könnte sie der Jäger ja auch nicht hinstellen.» Vielmehr sei ein richtiges Verblenden durch einen sogenannten Fangbunker oder eine Art Verschlag erforderlich. Oster betonte freilich, dass er zu dem konkreten Fall keine Stellung nehmen könne, zumal ihm die Unterlagen noch nicht vorliegen. Generell handelt es sich aber um eine Ordnungswidrigkeit, die eine Geldbuße von bis zu 5 000 Euro zur Folge haben kann. Außerdem kann das Landratsamt als Aufsichtsbehörde gegen den Jäger ein Jagdverbot von einem Monat bis zu einem halben Jahr verhängen. Und im Zuge des Verfahrens wird auch die Zuverlässigkeit des Jägers überprüft. Bei wiederholten Verstößen oder fahrlässigem Umgang könnte sogar der dauerhafte Entzug des Jagdscheins die Folge sein, so Oster. Ob es dazu in diesem Fall kommt, wird freilich erst die Überprüfung der Fakten zeigen.

Tierschützer laufen Sturm Indes laufen die Tierschützer Sturm gegen den verantwortlichen Jäger und die Fangeisen. Er habe den Bayerischen und den Deutschen Tierschutzbund eingeschaltet, erklärte Martin Heinze gegenüber unserer Zeitung. Der Weißenburger ist mit den Besitzern von «Rikki» verwandt. Die Familie sei durch den Vorfall regelrecht «traumatisiert», sagte er. Heinze will die Sache nicht auf sich beruhen lassen. Gemeinsam mit dem Tierschutzbund will er in den nächsten Tagen erörtern, welche juristischen Möglichkeiten es gibt, um gegen den Fallensteller vorgehen zu können: «Ich lasse nicht locker, bis ihm die Jagdlizenz entzogen ist.»

ROBERT MAURER

http://www.weissenburger-tagblatt.de/artikel.asp?art=1157291&kat=26

18.01.2010

Damit die Tiere nicht im Versuchslabor landen

Warnung | Edeltraud Potrykus von der „Aktion Tier – Menschen für Tiere“ sagt, dass immer wieder einmal skrupellose Fänger unterwegs sind. Sie rät, den Katzen Scharten ins Fell zu schneiden.

Von Christl Schemm

Immer wieder verschwinden Katzen. Manchmal sind dafür skrupellose Tierfänger verantwortlich, die die Katzen für Versuchslabore mitnehmen. Thiersheim - Immer wieder passiert es, dass Hauskatzen plötzlich verschwinden. Das kann sehr unterschiedliche Gründe haben. Manchmal werden sie überfahren, manchmal machen sie sich einfach aus dem Staub - und manchmal hat das Verschwinden auch einen ganz üblen Grund. Nämlich dann, wenn Katzenfänger den Miezen nachstellen und sie verschleppen. "Es gibt Katzenfänger", bestätigt Tierarzt Werner Kießl vom Tierschutzverein Wunsiedel-Marktredwitz. Immer wieder einmal würden auffällig viele Katzen auf einmal verschwinden. Vor drei oder vier Wochen sei dies beispielsweise am Wackerstadion in Marktredwitz der Fall gewesen. Er selbst, so Kießl, habe es aber noch nie erlebt, dass Zeugen konkrete Hinweise auf Katzenfänger mit Personenbeschreibungen oder Autokennzeichen gegeben hätten, sodass die Täter dingfest gemacht werden könnten. Wenn also auf einmal viele Katzenbesitzer ihre Tiere vermissten, so müsse das nicht immer zwangsläufig auf das Konto von skrupellosen Tierhändlern gehen. Laut Auskunft von Werner Kießl sind die Katzenfänger weniger an den Fellen der Miezen interessiert, sondern an den Tieren an sich. Der Tierschutzbund habe nachgewiesen, dass die Katzen vor allem an Versuchslabore in Tschechien und der Slowakei geliefert werden. Deutsche Labore dürften Tiere ohne Abstammungsnachweis nicht mehr ankaufen. Und diese Vorschrift werde nach seinem Kenntnisstand auch eingehalten, so der Tierarzt. Katzenfänger allerdings, die die Tiere ins östliche Ausland liefern, seien skrupellos. "Die interessiert es auch nicht, wenn die Katzen gekennzeichnet sind, zum Beispiel durch eine Tätowierung." Eine, die tagtäglich mit Katzen umgeht, ist Edeltraud Potrykus von der "Aktion Tier - Menschen für Tiere". Die Thiersheimerin ist für das Projekt "Kitty" im ganzen Landkreis Wunsiedel sowie im Landkreis Tirschenreuth unterwegs, um streunende Katzen einzufangen und sie auf Kosten der Tierfreunde kastrieren zu lassen. Die frühere Leiterin des Tierheims Tirschenreuth macht immer wieder die Erfahrung, dass plötzlich auffällig viele Katzen aus einem abgegrenzten Gebiet nicht mehr nach Hause kommen. Edeltraud Potrykus ist überzeugt, dass dafür oftmals Katzenfänger verantwortlich seien. "Ich beobachte das immer wieder, dass Katzen einfach weg sind. Zum Beispiel war das vor einiger Zeit in Birk, in Dürnberg und in der Oberpfalz der Fall", sagt sie. Gerade jetzt im Winter hätten die Katzen das schönste Fell, sagt die Tierfreundin. Und deswegen rät sie Katzenliebhabern, die "Stubentiger" wenigstens vor Felljägern zu schützen, indem man den Tieren Scharten in den Pelz schneidet. "Ich weiß, dass die Chance gering ist, dass sich die Katzenjäger davon abhalten lassen", sagt Edeltraud Potrykus. Doch wenn wenigstens ein paar Tiere gerettet werden könnten, dann wäre das für die Tierschützerin schon ein Erfolg.

http://www.frankenpost.de/nachrichten/fichtelgebirge/arzberg/art2432,1167382

16.01.2010

Sammy - verzweifelt gesucht

BAD SCHWALBACH

Von Hannelore Wiedemann

TIERSCHUTZ Verein sucht nach vor einem Jahr entlaufenen Hund

Wo ist Sammy? Der inzwischen knapp zwei Jahre alte, hellbraune Mischlingsrüde ist schon seit einem Jahr verschwunden - doch Anke Jüngling will die Hoffnung, den Hund wieder aufzuspüren, nicht aufgeben. Anke Jüngling ist Vorsitzende des Tierschutzvereins Hundenothilfe Frankreich, der bundesweit ein neues Zuhause für Hunde und Katzen aus Tierheimen in ganz Europa sucht. Für Sammy, damals gerade ein Jahr alt, fand der Verein in Bad Schwalbach eine neue Besitzerin, mit der auch ein Schutzvertrag abgeschlossen wurde. Doch wenige Wochen später lief Sammy seinem neuen Frauchen im Kurpark davon. Das schien die Besitzerin nicht allzu sehr zu kümmern, denn weder der Hundenothilfe noch dem Haustierregister Tasso, bei dem Sammys Chip-Nummer (276093900005205) registriert ist, teilte sie das Verschwinden mit. Erst, als die Vermittler jetzt um aktuelle Fotos von Sammy baten, erfuhren sie, dass der Hund nicht mehr da ist. Jetzt ist der Verein auf der Suche nach seinem Schützling, der laut Vertrag noch immer ihm gehört. "Wir machen uns einfach Sorgen um ihn", macht Jüngling deutlich und bittet deshalb um Hinweise, wo der Hund geblieben ist. Hoffnung, dass Sammy noch am Leben ist, machte ihnen die Auskunft des Tierschutzvereins Bad Schwalbach. Mehrere Leute hatten Sammy im Januar 2009 im Stahlbrunnental gesichtet und sogar gefüttert. Der Versuch, das verängstigte Tier einzufangen, scheiterte jedoch. Nach drei Wochen blieb Sammy plötzlich weg; bei den Tierfreunden geht die Angst um, dass er von den Wildschweinen im hinteren Kurpark angegriffen worden sein könnte. Dass Sammy unter die Räder eines Autos kam, ist weniger wahrscheinlich, denn der Polizei sei in diesem Zeitraum kein Unfall mit einem Hund gemeldet worden. Die Hundenothilfe hofft nun, dass Sammy vielleicht ein neues Zuhause gefunden hat. "Wir wollen ihn niemandem wegnehmen", stellt die Vorsitzende klar, nur Gewissheit über sein Schicksal haben. Deshalb sollen an diesem Wochenenden Flugblätter in der Stadt aufgehängt werden. Auf den, der den entscheidenden Tipp gibt, wartet gar eine Belohnung. Die frühere Besitzerin, die inzwischen nicht mehr in Bad Schwalbach wohnt, will der Verein übrigens anzeigen. Immerhin habe sie mehrfach gegen den Schutzvertrag verstoßen.

http://www.wiesbadener-kurier.de/region/untertaunus/bad-schwalbach/8229494.htm

16.01.2010

Nach 24 Tagen gefunden: verschwundener Kater Janosch wieder zuhause

11.01.10 - REGION - Es gibt immer wieder Ereignisse, die "gut ausgehen" - und gerade am Jahresanfang ist das doch etwas Tröstliches. Im Dezember hatte osthessen-news über den "ausgebüxten Kater Janosch" geschrieben, der sich in Petersberg an einer Tankstelle davon gemacht hatte und dessen Besitzerfamilie verzweifelt war. Nachdem sich der "rote Stubentiger" noch nicht in seiner Heimat Böckels eingefunden hatte, berichtete ON über Weihnachten von der Suche und den Bemühungen der Sauers, die etwa Plakate in Petersberg aufgehängt hatten. Doch es hieß: "Leider haben alle unsere Mühen bislang zu keinem Ergebnis geführt und der Kater bleibt verschwunden". Am 27. Dezember meldete sich bei ON eine Leserin aus Friesenhausen, bei der eine rote Katze herumstrich. Hoffnung! Aber die Fahrt der Sauers in den Dipperzer Ortsteil war umsonst: bei dem Tier handelte es sich nicht um Janosch. Zu der Enttäuschung kam dann noch die Sorge um den Vierbeiner wegen des nun sehr winterlichen Wetters. Und wir in der Redaktion dachten inzwischen: "Wieder so ein trauriger Fall für Tierbesitzer." Umso erstaunlicher die Zuschrift von Johanna Sauer, die uns an diesem Wochenende erreichte: der Kater wurde gefunden. Und was sie über Suchen und Finden zu selbst zu berichten hat, können wir hier veröffentlichen.

Roter Kater Janosch wieder zuhause

"Ich kann Ihnen heute die freudige Nachricht übermitteln, dass unser roter Kater Janosch, über den Sie freundlicherweise in Osthessen-News berichtet haben, wieder zuhause ist. Am 13.12.2009 war Janosch unbemerkt in das Auto meines Vaters geklettert. Als dieser dann an der Aral-Tankstelle aus seinem Auto gestiegen ist, spang unser Kater aus dem Auto und lief davon. Seit dem 13.12.2009 haben wir alle Möglichkeiten ergriffen, um Janosch wieder zu finden, u.a. Flugblätter in ganz Petersberg ausgehängt, Suchanzeigen aufgegeben und Janoschs Bilder in verschiedenen Internetsuchportalen für Katzen hochgeladen. Einige Tage nach Janoschs Verschwinden hatte ich zudem mit dem Hünfelder Tierheim Kontakt aufgenommen. Leider fehlte von Janosch lange Zeit jede Spur und trotzdem haben wir die Hoffnung nie aufgegeben, unseren Stubentiger wieder zu finden. Am 05.01.2010 habe ich das große Bedürfnis gehabt, erneut im Tierheim Hünfeld anzufragen, ob dort ein roter Kater abgegeben worden sei. Die freundliche Dame am Telefon berichtete mir, dass vor 30 Minuten ein Kater, auf dessen Janoschs Beschreibung passen könnte, bei ihnen abgegeben worden sei. Nach dieser Nachricht haben wir uns sofort ins Auto gesetzt und sind losgefahren. Zu unserer Freude handelte es sich bei dem abgegebenen Tier tatsächlich um Janosch. Er war etwas abgemagert und sein Fell war etwas zersaust. Dennoch: dafür dass er sich 24 Tage alleine durch Petersberg in Richtung Heimat gekämpft hat, war er körperlich in einem guten Zustand. Janosch hatte sich also tatsächlich in die richtige Richtung auf den Heimweg nach Böckels gemacht. Zwischen der Aral-Tankstelle und seinem "Wohnsitz" liegt eine Entfernung von cirka 1,5 km. Einige Tage später konnte ich mich persönlich bei den beherzten Findern, einer Familie aus Petersberg mit zwei Kindern, bedanken. Die Familie erzählte mir, dass ihnen Janosch deshalb aufgefallen sei, weil er sich auf ihrer Terasse auf die Fußmatte gelegt hatte und dort nicht mehr weggehen wollte. Er sei hungrig und auf der Suche nach Streicheleinheiten gewesen. Nachdem die Familie Janosch einige Zeit beobachtet und gefüttert hat, haben sie den Kater ins ansässige Tierheim nach Hünfeld gebracht. Dort konnte ich meinen Schmuser dann knapp eine Stunde später abholen. Zuhause angekommen hat es sich Janosch gleich auf seinem Lieblingsplatz auf der Fußbodenheizung bequem gemacht und genießt nun das Leben - und dass ihn alle so wunderbar verwöhnen. Ich möchte mich auf diesem Wege bei einigen Menschen bedanken: außer bei ON für Janoschs Suchmeldung vor allem noch einmal bei der netten Familie aus Petersberg, die mit offenen Augen wahrgenommen hat, dass Janosch Hilfe braucht und ihn dann ins Tierheim brachte. Diese Familie hat mir und meiner Familie das schönste nachträgliche Weihnachtsgeschenk gemacht, was wir uns vorstellen können. Darüber hinaus möchte ich mich bei allen netten Menschen bedanken, von denen Janosch auf seinem Weg in Richtung Heimat etwas zu fressen und/oder einen warmen Schlafplatz erhalten hat. Denn ohne diese vielen guten Hände wäre Janosch sicher körperlich in einem nicht so guten Zustand gewesen."

http://www.osthessen-news.de/beitrag_D.php?id=1176471

11.01.2010

Northeim

Tote Katzen: Im Dorf geht die Angst um

In Denkershausen wurden seit Jahresbeginn vier tote Tiere aufgefunden

Denkershausen. In der Northeimer Ortschaft Denkershausen geht bei den Katzenfreunden die Angst um: Seit Jahresbeginn wurde vier vermutlich vergiftete Tiere aufgefunden, mehrere Katzen werden noch vermisst. Hannelore Homann hatte einige der Tiere, die wild auf ihrem Grundstück lebten, noch vor wenigen Wochen kastrieren lassen. Zwei von ihnen sind jetzt tot, eine Katzen wird noch vermisst. Ihre Nachbarn, die ebenfalls eine Katzen haben, lassen das Tier nun nicht mehr vor die Tür aus Angst, auch diese Katzte könnte getötet werden. Wie die Tiere ums Leben kamen, weiß Hannelore Homann nicht, aber: "Ich vermute, dass sie nicht eines natürlichen Todes gestorben sind". Die Polizei Northeim hat die Ermittlungen aufgenommen und hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung. (kat)

http://www.hna.de/northeimstart/00_20100107154915_Tote_Katzen_Im_Dorf_geht_die_Angst_um.html07.01.2010

Katzen-Mafia im Visier

Viele Menschen glauben an Tierfänger, doch Beweise sind rar

Gibt es wirklich Profi-Tierfänger, die Haustiere stehlen? Tierhalter glauben felsenfest daran, im Internet warnen zig Seiten vor den Tätern. Dabei sind selbst Tierschützer äußerst skeptisch: Ist alles nur Hysterie?

Stets umgeben von Gefahren: Freilaufende Katzen. Profi-Tierfänger gehören wohl eher nicht dazu. Die Haustier-Mafia kommt nachts oder frühmorgens im weißen Lieferwagen. Ihre Beutezüge sind raffiniert ausgeklügelt: Unter dem Deckmantel von Altkleider- oder Schuhsammlungen kundschaften sie Wohngebiete aus. Mit Sexuallockstoffen machen sie Katzen gefügig - und nehmen sie mit, um sie an Versuchslabors und Tierfell-Produzenten zu verkaufen. So ähnlich klingen die Geschichten über professionelle Tierfänger, die seit vielen Jahren kursieren. Sobald in einem Dorf oder Viertel mehrere Tiere spurlos verschwinden, ist das Gerücht von den Katzenfängern nicht weit. Lokalzeitungen berichten über Verdächtigungen, im Internet warnen dutzende Seiten wie "tierdiebstahl.de" vor den Machenschaften der Tier-Mafia und geben Tipps, wie man sich schützen kann. Doch selbst Tierschützer winken ab. "Es gibt keinen stichhaltigen Nachweis für diese Geschichten", sagt Herbert Lawo vom Landestierschutzverband Baden-Württemberg. Der Reutlinger wurde selbst schon bei Verdachtsfällen zu Hilfe gerufen. "Die Polizei hat sogar mehrmals Lieferwagen von Kleidersammlern angehalten und durchsucht", sagt Lawo. Ergebnis: keins. Im Bundesgebiet ist noch nie ein Täter dingfest gemacht worden. Dennoch glauben viele Menschen felsenfest an Tierfänger. "Das ist zum Selbstläufer geworden", sagt Lawo. Auch für die Betreiber des Tierregisters "Tasso", das jährlich 50 000 entlaufene Tiere zurückvermittelt, sind die Vorwürfe Alltag. "Das wird sehr oft an uns herangetragen", sagt Sprecher Lutz Thümmel. "Wenn die Tonnen von Kleidersammlungen aufgestellt werden, bilden sich in manchen Vierteln regelrechte Bürgerwehren." Auch Tasso-Leute hätten sich schon auf die Lauer gelegt. Heraus kam nie etwas. Doch die Skeptiker stehen vor einem fast philosophischen Problem: Man kann nicht beweisen, dass etwas nicht existiert. "Es ist unmöglich, den Leuten das auszureden", sagt Thümmel. Dabei sind die Zweifel an der wirtschaftlichen "Verwertbarkeit" der Haustiere groß: Versuchslabors sind gesetzlich verpflichtet, eigens gezüchtete Labortiere zu nutzen. Versuche an Haustieren sind verboten - und wären wissenschaftlich wertlos, da kontrollierte Bedingungen herrschen müssen. "Kein Labor kann sich erlauben, mit wildfremden Tieren zu experimentieren", sagt Lawo. Für Katzen- und Hundefelle, die zu Rheumadecken und Innenfuttern verarbeitet werden, gab es bis vor kurzem zwar einen Markt. Doch der logistische Aufwand, den "Rohstoff" ausgerechnet in deutschen Wohnsiedlungen zu beschaffen, wäre kaum rentabel: Aus China und Korea konnten Felle für wenige Cent importiert werden (seit 2009 ist der Handel verboten). In Süd- oder Osteuropa gebe es zudem streunende Tiere im Überfluss. Doch diese Argumente können die Tierdiebstahl-Aktivisten nicht überzeugen. Im Gegenteil: Sie rüsten sich für den Befreiungsschlag, um aus der "Spinner-Ecke" zu kommen. "Wir wollen die Täter aus ihren Löchern scheuchen", sagt die für Süddeutschland zuständige Mitarbeiterin von "tierdiebstahl.de". An der Existenz der Tierfänger gebe es keinen Zweifel. "Wir haben einen Staatsanwalt gefunden, der der Sache nachgeht - aber dem müssen wir Fakten liefern." Also sammelt das Aktivisten-Netzwerk akribisch Vorfälle aus ganz Deutschland, führt Listen mit verdächtigen Kennzeichen, stellt zwielichtige Firmen an den Pranger, tauscht Namen verdächtiger Personen aus. "Wir haben da zum Beispiel einen Halbrussen aus Schwaben im Visier", sagt die Mitarbeiterin, die anonym bleiben will. Warum es sich eben doch lohne, in Deutschland auf Katzen- und Hundefang zu gehen, ist für die Tierfreunde klar: "Die Tiere hier sind wohlgenährt und gepflegt, das finden sie anderswo nicht." Außerdem sei der Tierdiebstahl etwa für osteuropäische Kleidersammler auf ihren Touren nur ein Nebenerwerb. Die Zahl der Haustiere, die jährlich verschwinden, wird auf mehrere hunderttausend geschätzt. "Die größte Gefahr ist der Straßenverkehr", sagt Petra Zipp vom Tierschutzzentrum Pfullingen. Werde ein Tier überfahren, erfahre der Halter das oft nie. Laut Lawo gibt es auch hin und wieder Fälle, bei denen Tierhasser oder gar Satanisten Tiere töten. Häufiger kommen Katzen jedoch aus Eigensinn nicht mehr zurück. "Wenn es denen woanders besser gefällt, bleiben sie einfach dort", sagt Lutz Thümmel.

Redaktion: ROLAND MÜLLER

http://www.bietigheimerzeitung.de/bz1/news/suedwestumschau_artikel.php?artikel=4814358

07.01.2010

"Wir haben keine Tiere illegal vermittelt"

Remagener Heim bezieht Stellung zu Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und räumt Fehler ein

Von Victor Francke

Remagen. Der Tierschutz kenne keine Grenzen, teilten die Betreiber des Tierschutzheimes in Remagen mit. Die Einrichtung war ins Gerede gekommen, nachdem die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen angeblichem illegalen Tierhandel eingeleitet hatte. Mehr als 100 Hunde und Katzen sollen demnach illegal in den Kreis gebracht und veräußert worden sein. Die Tiere sollen überwiegend aus dem Ausland stammen und nicht geimpft sein. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern an. Die Pressesprecherin des Tierheims in Remagen, Jutta Heinemann, teilte dazu nunmehr mit: "Die meisten deutschen Tierheime helfen, wenn sie die Möglichkeit und den Platz haben, auch anderen Tierschutzorganisationen notleidende Tiere aufzunehmen. An erster Stelle stehen immer die Fund- und Abgabetiere vor Ort und in der Region, die aufgenommen und versorgt werden. Sollte darüber hinaus noch Platz vorhanden sein, werden auch im Tierheim Remagen notleidende Tiere aus aussichtslosen Situationen und Tötungslagern aufgenommen, versorgt und dann in ein gutes Zuhause vermittelt." Wer habe nicht schon einmal auf einer Urlaubsreise das Elend der Straßentiere in den südlichen Ländern erlebt?, fragt Heinemann. Die Vereinigung "Ärzte für Tiere" zu deren Unterstützern auch das Tierheim Remagen zähle, kämpfe für die Rechte der Straßentiere in Europa, eine gesetzliche Grundlage zum Schutz der Tiere und die Schließung der Tötungslager, führte der Verein aus. Dieser "politische Weg" brauche seine Zeit. "Die Tiere benötigen aber oft eine unmittelbare Hilfe, die von vielen Tierheimen geleistet wird, auch vom Tierheim Remagen", heißt es in der Stellungnahme. Das Tierheim Remagen habe weder Hunde illegal aufgenommen, noch illegal vermittelt. Einem Hund habe allerdings die notwendige Tollwutimpfung gefehlt, "oder sie war nicht ordnungsgemäß eingetragen", räumen die Betreiber in ihrer Stellungnahme ein. Bei zwei Hunden seien zudem die Chipnummern vertauscht worden. Die Nachimpfung sei unmittelbar erfolgt, die Chipnummern seien richtig eingetragen und alle Tiere im Tierheim nochmals vom Tierarzt untersucht und als gesund befunden worden. Damit habe das Tierheim Remagen die Auflage, den Tierschutz zu wahren und die Verbreitung von Tierseuchen zu verhindern, erfüllt. Das Tierheim in Remagen finanziert sich durch Umlagezahlungen der Städte und Gemeinden im Kreis Ahrweiler. Im Gegenzug ist der Verein verpflichtet, sich um notleidende Tiere im Kreisgebiet zu kümmern. Zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wollte sich die Kreisverwaltung Ahrweiler am Dienstag nicht äußern. Sie verwies auf das schwebende Verfahren. Auch die Stadt Remagen will abwarten, welchen Verlauf die Ermittlungen nehmen. Sollte sich der Verdacht des illegalen Tierhandels erhärten, könnten die Kommunen ihre Zahlungen einstellen.

http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&itemid=10001&detailid=683146

06.01.2010

Gleich vier Katzen aus einer Siedlung in Malching verschwunden

Besitzer suchen fieberhaft nach ihren Tieren - Hanni Schöttl fürchtet um ihre weiteren Katzen

Malching. Und schon wieder geht es um Katzen: Vor ein paar Tagen war es eine angeschossene in Egglfing, jetzt sorgen sich ein paar Kilometer weiter Malchinger um ihre Tiere. Aus einer Siedlung sind innerhalb kurzer Zeit gleich vier Katzen verschwunden. „Ich schaue jeden Tag, aber Spucki kommt nicht zurück“, klagt Hanni Schöttl, die sich heute auch an den Tierschutzverein in Rotthalmünster gewandt hat. Die 54-Jährige ist besorgt. Denn ihre rund eineinhalb Jahre alte Spucki ist eher scheu. Ob Tierfänger gezielt den Bäckergütl abgrasen? „Ich weiß es nicht, mache mir aber große Sorgen“, klagt Hanni Schöttl. Vor allem, seit die 54-Jährige weiß, dass in der Nachbarschaft drei weitere Katzen verschwunden sind. Auch deshalb glaubt sie nicht, dass Spucki einen Unfall gehabt hat. Und noch etwas kommt ihr komisch vor: Eine weitere Katze von ihr kam kurz vor Spuckis Verschwinden ein paar Tage vor Weihnachten mit einer verletzten Vorderpfote heim.

- dur

http://www.pnp.de/nachrichten/artikel.php?cid=29-26648227&Ressort=onli&Ausgabe=a&BNR=0

06.01.2010

Evelin Bohlscheid, Gründerin von „Tierhilfe aktiv“, ist Dreieich bekannteste Tierschützerin. 

„Das Einmischen liegt mir im Blut“

Dreieich ‐ Dezember 2009, kurz vor Weihnachten. Es ist ein Tag, wie er des Öfteren im Leben von Evelin Bohlscheid vorkommt: Die Polizei ruft sie an, weil ein Auto eine Katze in Nähe des alten Sprendlinger Rathauses angefahren hat. Von Klaus Hellweg

Evelin Bohlscheid mit Boxerhündig Leila, die auf einem Flohmarkt verhökert werden sollte, und einem ihrer eigenen Hunde, dem French Bulldog Amelie. Das Tier liegt blutend auf der Straße, Hilfe muss her. Evelin Bohlscheid steigt in ihr Auto, fährt zur Hauptstraße, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Die Katze, daran besteht überhaupt kein Zweifel, muss dringendst zu einem Tierarzt. Vor Schmerzen will sie sich aber nicht anfassen lassen. Bohlscheid weiß, welche Tierärztin an diesem an sich arbeitsfreien Tag zur Stelle ist und die Notversorgung übernimmt: Claudia Bauer in Dreieichenhain. Evelin Bohlscheid ist Gründerin und Vorsitzende des Dreieicher Tierschutzvereins „Tierhilfe aktiv“ und somit die bekannteste Tierschützerin in der Stadt. Vor fast genau sechs Jahren hat sie den Verein gegründet – als Konsequenz daraus, dass sie mit dem Tierschutzverein Dreieich/Dietzenbach, dessen Vorsitzende sie einmal gewesen ist, nicht mehr zurecht kam. Seit 1992 war Evelin Bohlscheid – zunächst als Schriftführerin – in dem Verein engagiert. 2003 trat sie den Rückzug an. Aber weil eine wie sie nicht so einfach aufgibt, kam es schon ein knappes Jahr später zusammen mit weiteren Tierschützern zur Gründung der „Tierhilfe aktiv“. An jenem Tag vor Weihnachten fährt die 60-Jährige die schwer verletzte Katze in die Dreieichenhainer Tierarztpraxis, doch außer dem Tier Spritzen gegen die Schmerzen und den Schockzustand zu geben, ist vor Ort nicht viel möglich. Die Katze muss in eine Klinik nach Niederrad. Auch das erledigt Evelin Bohlscheid. Über eine Tätowierung im Ohr sind die Besitzer schnell festgestellt, doch letztlich sind die Verletzungen so schwer, dass die Katze eingeschläfert werden muss. Das traurige Ende eines Einsatzes. Es gab viele solcher und ähnlicher Einsätze im Laufe der vergangenen 20 Jahre. Trotzdem, so erzählt Bohlscheid, hat sich die Tierschutzarbeit im Laufe der Zeit geändert. Ging es früher fast ausschließlich um Einzelfälle, so hat sich das Gewicht ein wenig dahin verschoben, die Tierhalter in die Lage zu versetzen, ihre Probleme mit Tieren und deren Haltung selber lösen zu können. Was die konkreten Einzelfälle nicht weniger und nicht weniger wichtig werden lässt: Hier der große Hund in einer viel zu kleinen Hochhauswohnung, dort der irgendwo an der Landstraße ausgesetzte Vierbeiner, für den es eine Pflegestelle zu finden gilt. Hier die Katzen, die tagelang unversorgt in einer Wohnung zurück gelassen werden und vor Durst und Hunger schreien, während dessen ihre Besitzer Urlaub machen; dort ein total ausgemergelter Hund, der in einem Waldstück an der Darmstädter Straße kurz angebunden von wem auch immer ausgesetzt wurde. Hier die kleine Boxerhündin, die auf dem Flohmarkt verhökert werden soll, dort der Schwan, der im Eis festgefroren ist. Fast immer ist die „Tierhilfe aktiv“ erster Ansprechpartner von Bürgerinnen und Bürgern, aber auch der Polizei. Evelin Bohlscheid erinnert sich noch sehr genau, wie 1989 auf der Autobahn aus dem Kofferraum eines Autos 89 Welpen gerettet wurden, die verhökert werden sollten. „Tierhilfe aktiv“ kümmerte sich um die kleinen Knäuel, versorgte und vermittelte sie. Spektakulär auch die sich über viele Monate hinziehende Auseinandersetzung mit einem damals in Dreieichenhain lebenden Schäfer Kurt L., seiner letztlich auch vom Gericht festgestellten quälerischen Tierhaltung. Evelin Bohlscheid, so sagt sie über sich selbst, ist keine Tierschützerin, die von irgendeiner Art von Gefühlsduselei getrieben wird. Schon als Kind habe sie immer ein Tier haben wollen, was aber aus Gründen des beengten Wohnraums ihrer Familie nicht möglich gewesen sei. Sie erinnert sich: „Ich habe dann alles, was in der Umgebung wohnte und vier Beine hatte, ausgeführt.“ Und noch heute erinnert sie sich an die Enttäuschung, die sie überfiel, als ihre Eltern ihr als Ersatz einen Stoffhund schenkten: „Das war entsetzlich.“ Ihre Affinität zu Tieren, so sagt sie, sei Zeit ihres Lebens sehr groß gewesen – ebenso groß wie der Drang, sich einzumischen, wenn es ihrer Meinung nach irgendwo ungerecht zugehe. Etwa wenn auf der Straße eine Mutter ihr Kind schlägt. Das Einmischen, sagt Evelin Bohlscheid, sei Grundeinstellung ihres Lebens. So war es denn wohl auch kein Zufall, dass sie sich im Elternbeirat von Kita und Schule ebenso engagierte wie im Betriebsrat – und eben auch im Tierschutz. Und das macht sie nicht ohne Erfolg, nimmt man beispielsweise den Bekanntheitsgrad von „Tierhilfe aktiv“ und vergleicht ihn mit dem anderer Gruppen, die den Tierschutz in ihrer Satzung festgeschrieben haben. „Natürlich kommt es auch darauf an, wie man auf die Leute zugeht. Und natürlich stößt man dabei auch auf Widerspruch.“ Es hat sogar schon die eine oder andere Anzeige gegeben, wenn jemand meinte, die Vereinsvorsitzende sei über das Ziel hinaus geschossen – bisher immer ohne Erfolg. Und auch in der eigenen Familie war das Engagement nicht immer ganz unumstritten. „Früher haben mich meine Töchter hin und wieder schon mal gefragt, ob das denn alles so sein müsse. Aber sie verstehen, was ich mache und dass es mit halben Sachen nicht getan ist. Genau so wenig wie man halb schwanger sein kann, kann man nur halben Tierschutz machen.“ Ein Tierasyl ist Evelin Bohlscheids Haus in Sprendlingen aber noch immer. Früher, als die Töchter noch klein waren, wurde ein Kinderzimmer als vorübergehende Unterkunft für Fundtiere benutzt. Das geht heute nicht mehr, Hunden und Katzen stehen heute Bad und Diele zur Verfügung. Im Augenblick leben im Hause Bohlscheid sechs Vierbeiner, darunter zwei eigene Hunde. Ein großes Problem stellt die finanzielle Absicherung all der Aktivitäten dar. Benzinkosten für die vielen Einsätze bezahlt Bohlscheid aus eigener Tasche, aber damit ist es nicht getan. Vor allem die Frage, wer für die vielen Fundtiere bezahlt, bereitet Kopfschmerzen. Die müssen gefüttert werden, oft fallen Tierarztkosten an für Impfungen, für die Behandlung von Verletzungen, für das Aufpäppeln. Der Verein, Bohlscheid und die übrigen aktiven Mitglieder, arbeiten ausschließlich ehrenamtlich, ohne eigene Büroräume, über private Telefonanschlüsse und ohne öffentliche Mittel. An Einnahmen verfügt die „Tierhilfe aktiv“ lediglich über die Beiträge der Mitglieder und hin und wieder über eine Vermittlungsspende. Die Zeiten, in denen man sich über Spenden oder gar eine Erbschaft freuen konnte, gehören längst der Vergangenheit an. Der Langener Tierschutzverein, weiß Evelin Bohlscheid, hat von der Gemeinde einen Zuschuss von 3000 Euro bekommen. Dreieich habe in sechs Jahren gerade einmal 500 Euro locker gemacht. Und wenn Unternehmen wie die Volksbank 30 000 Euro für das Ehrenamt ausschütteten, bekämen immer nur die großen Vereine etwas, bedauert sie. „Uns Kleine und unsere ehrenamtliche Arbeit vergisst und übersieht man. Ich bin mir nicht sicher, ob das immer im Interesse der Bankkunden liegt.“ So sucht „Tierhilfe aktiv“ der Not gehorchend verstärkt nach anderen Wegen, sich zu finanzieren. Bohlscheid: „Wenn das nicht gelingt, gehen wir kaputt.“ Geplant ist am 20. März im Bürgerhaus-Restaurant „Mosaique“ eine Frühlings-Gala. Restaurant-Chef Moustapha El Ouali hat sie dafür als Verbündeten und Unterstützer gewonnen. Ein Teil des Erlöses dieser Gala mit der Gruppe „Symphony of Voices“ und Gourmet-Verwöhnprogramm kommt der „Tierhilfe aktiv“ zugute. Und wenn es dann auch noch gelingt, für den einen oder anderen Fundhund einen Paten zu finden, der für den Unterhalt aufkommt, wäre schon ein kleines Stück geholfen. Evelin Bohlscheid nach 20 Jahren Tierschutz: „Manchmal geht es so richtig an die Substanz, denn zu allem kommt ja auch noch die viele administrative Arbeit. Es ist ja nicht so, dass man nur irgendwo hin rennt und rettet.“ Weitermachen wird sie trotzdem, wird helfen, unterstützen und beraten, wo es gewünscht wird und wo sie es als notwendig ansieht: „Wenn es um Probleme geht, kennen die Leute meine Telefonnummer“. Daran wird sich nichts ändern.

http://www.op-online.de/nachrichten/dreieich/das-einmischen-liegt-blut-580200.html

05.01.2010

Ein Auto als Hundehütte

02. Januar 2010  | Von Alexandra Welsch

Tierhaltung: Unbehagen in der Heimstättensiedlung über das Hausen dreier Vierbeiner im Wagen ihrer Besitzerin

Eingesperrt im Auto ihrer Halterin leben drei Hunde seit Monaten immer wieder tagelang in der Heimstattensiedlung.

Ist es Tierquälerei, drei Hunde regelmäßig in einem Auto zu halten? Oder ist das in Ordnung, solange die Tiere genug Futter, Sauerstoff und Auslauf bekommen? Über diese Frage scheiden sich die Geister hinsichtlich eines Falls in der Heimstättensiedlung, wo eine Frau schon seit Monaten einen Bordercollie, einen Rottweiler-Riesenschnauzer und einen Tibet-Terrier in ihrem Wagen hausen lässt - auch bei winterlichen Minusgraden wie jetzt. Nurçan Köten, in der Siedlung bekannt als ,,Uschi" vom gleichnamigen ,,Lädchen" im Heimstättenweg, beobachtet das als Anwohnerin schon länger mit Unbehagen und schritt irgendwann ein. Bereits mehrfach hat sie sich an die Stadt und die Polizei gewandt - ihren Aussagen zufolge erstmals im Sommer, als sie die Hunde im heißen Auto entdeckt hat. Getan habe sich seither nichts. Und nun, als Minusgrade und Schnee über das winterliche Darmstadt hereinbrachen, griff die Kauffrau erneut ein. ,,Das bricht mir das Herz", klagt sie. Doch andere scheinen den Fall nüchterner zu betrachten. ,,Wir sehen nicht, dass diese Hundehaltung Schmerzen, Leiden oder Schäden verursacht, haben aber ein Auge drauf", teilt Pressesprecher Frank Horneff für die Stadt mit. Die Stadt habe erstmals Ende Oktober Kenntnis von der Sache bekommen und sich die Situation umgehend angeschaut. Ergebnis: ,,Am Allgemein- und Pflegezustand sowie dem Verhalten der Hunde ist nichts zu beanstanden", fasst Horneff das Urteil der Tiergesundheitsaufsicht des Veterinäramts zusammen. Die drei Hunde gehörten einer Frau, die ihren Freund in der Heimstättensiedlung besuche und die Tiere nicht mit in dessen Wohnung nehmen könne. Die Hunde würden regelmäßig ausgeführt und bekämen ausreichend Nahrung, das sei von der Halterin glaubhaft versichert worden. Auch bei einer zweiten Kontrolle ein paar Wochen später sei nichts zu beanstanden gewesen. Und die extreme Kälte? Die sei Hunden absolut zuzumuten. Das Fell wärme ausreichend, zudem heizten die Tiere sich gegenseitig. ,,Problematisch wird's im Hochsommer", betont Horneff. Da seien in ähnlichen Fällen schon Bußgeldverfahren eingeleitet worden. Aber hier sieht die Stadt derzeit keinen Grund, einzuschreiten. ,,Rechtsgrundlage ist die Tierschutzhundeverordnung", sagt der Pressesprecher, ,,und in der gibt es keine Regelung, die das Halten von Hunden in Autos verbietet." Christian Zentgraf, Leiter des Tierheims, findet die Sache dennoch ,,fragwürdig" , wie er sagt. ,,Hunde überstehen das zwar unbeschadet, aber es ist keine Freude für sie." Problematisch seien weniger die niedrigen Temperaturen, sondern die Platzverhältnisse. Ein Auto sei ein beengtes Transportmittel, und hier werde ein Ausnahmezustand zur Normalität. ,,Wenn das keine einmalige Sache ist, sondern ein Dauerzustand", findet der ausgebildete Tierarzt das ,,grenzwertig". Auch Nurçan Köten, selbst Hundebesitzerin eines Yorkshireterriers namens ,,Candy", will das nicht akzeptieren. Sie gesteht zwar zu, dass die Hunde von ihrer Halterin versorgt werden. ,,Aber trotzdem ist das kein Zustand für die Tiere. Das ist armselig."

http://www.echo-online.de/suedhessen/darmstadt/art1231,519781

02.01.2010

 

 

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