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Gedenktag für tote Tiere mit Tiersegnung

 

 

 

23.11.2008    17 Uhr     

 

Bericht zur Veranstaltung „STOPP dem Tierdiebstahl „
am 17.05.2008 in Nenndorf/Rosengarten bei Hamburg

 

 Vermissen auch Sie Ihren Hund oder Ihre Katze? Ist auch Ihr vierbeiniges Familienmitglied  spurlos verschwunden? Das fragten die Tierschutzvereine Buxtehude, Stade, Winsen und Westerwohld aus Henstedt-Ulzburg bei Ihrer Info-Veranstaltung am 17.05.08 in Nenndorf im Landkreis Rosengarten bei Hamburg-Harburg. Nach Schätzungen verschwinden jährlich ca. 300.000 Hunde und Katzen spurlos. Rosengartens Bürgermeister Dietmar Stadie, der aus Interesse zu der Veranstaltung gegangen war, macht das nachdenklich: "Auch in unserer Gemeinde hat es eine Häufung verschwundener Tiere gegeben. Das ist mehr als seltsam. 

71 Personen nahmen an der dreistündigen Info-Veranstaltung der Tierschutzvereine teil. Betroffene Tierhalter aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen, eine Dame aus Frankfurt,  die örtliche Presse und interessierte Tierschutzvereine aus Bremen, Itzehoe und Lübeck informierten sich über das brisante Thema Tierfänger. Nach der Begrüßung durch Katrin Witthöft vom Tierschutzverein Westerwohld in Henstedt-Ulzburg berichteten Betroffene vom Verschwinden Ihrer Tiere.  

Sabine S. aus Drestedt im Landkreis Harburg berichtete vom Verschwinden mehrerer Katzen in einer Straße. Zwei Katzen kamen mit Verletzungen, die durch Fallen hervorgerufen sein könnten, nach Hause.

Ann-Christin K. aus Pinneberg berichtete, dass innerhalb kurzer Zeit 5 Katzen in Ihrer Wohnstraße verschwunden sind, 3 davon sogar aus einem Haus. Alle Katzen waren männlich, getigert mit weiß oder rot mit weiß und zu annähernd gleicher Tageszeit  verschwunden. Frau Kammeyer berichtete, dass diese Tiere dem Tierschutzverein Westerwohld in Henstedt-Ulzburg als vermisst gemeldet wurden, da der Tierschutzverein Pinneberg nicht mehr richtig  funktioniert.

 Der anwesende Herr Preger vom Tierschutzverein Pinneberg protestiert und bittet um Wortbeitrag am Podium, was ihm gewährt wird. Herr Preger berichtet, dass der Tierschutzverein Pinneberg immer noch aktiv wäre, aber bei ihm wenig Vermisstenmeldungen ankämen und außerdem die Halter zu nachlässig sind mit der Aufsicht der Tiere. Ferner kritisiert Herr Preger die mangelnde Bereitschaft der Tierhalter ihre Tiere durch einen Chip kennzeichnen und registrieren zu lassen.  

Nach diesem ungeplanten Vortrag wurde den Teilnehmern ein Fernsehbericht aus Norderstedt gezeigt, in dem ein Katzendiebstahl nachgestellt wurde. Die Zeugin, die den Diebstahl gesehen hat, wurde vom Norderstedter Fernsehsenden NOA 4 anschließend befragt. Sie berichtete, dass sie abends gegen 22 Uhr beim Spaziergang gesehen hätte, wie ein Fahrzeug im Ortsteil Garstedt eine am Wegesrand sitzende Katze mit dem Scheinwerfer blendete, der Fahrer ausstieg, das überraschte Tier packte und mit ihr in seinem Fahrzeug davonfuhr. Informationen über solche und ähnliche Vorfälle wurden bei der Veranstaltung auf Stellwänden dokumentiert. 

Anschließend wurden Hinweise gegeben, was zu beachten ist, wenn ein Haustier verschwunden ist. Halter sollten ihre Haustiere unbedingt per Chip registrieren lassen, das erhöht die Chance bei der Suche, denn nicht jedes Tier, dass verschwindet, ist automatisch gestohlen. Suchplakate sollten in einem großen Radius (10 km) aufgehängt werden, da Katzen schon öfters 10 km oder mehr entfernt vom Wohnort wieder aufgefunden wurden. Die vermissten Tiere sollten beim Deutschen Haustierregister, bei Tasso und privaten Katzen- oder Hundesuchseiten im Internet als vermisst gemeldet werden. Die Teilnehmer wurden über nächtliche Suchaktionen unterrichtet und aufgefordert, bei Nachbarn nach versehentlich eingeschlossenen Tieren nachzufragen und selber nachzuschauen.  

Danach stellt Katrin Witthöft die vom Tierschutzverein Westerwohld aus Henstedt-Ulzburg in Schleswig-Holstein seit 1,5 Jahren geführte Datenbank vor, in der jedes verschwundene Tier erfasst wird. 420 Vermisstenmeldungen hat der Verein seitdem erhalten. Von den vermissten Tieren sind 220 wieder zu Hause oder wurden tot aufgefunden, zehn Katzen kamen mit Verletzungen zurück, die wohl von Schlingen oder Fallen hervorgerufen wurden. Von einigen Polizeien und Betriebsämtern erhält der Tierschutzverein Fundmeldungen toter Tiere, die von Stadtreinigung oder der Polizei aufgelesen wurden, so dass die Zahl der verschwundenen Tiere weiter eingegrenzt werden konnte. Jedoch 190 Katzen und 10 Hunde sind noch immer spurlos verschwunden. An einer Leinwand wurden mittels eines Beamers einzelne Vermisstenlisten vorgeführt und die Teilnehmer auf Auffälligkeiten hingewiesen, wie z. B. das Verschwinden von Tieren in einer Straße oder zusammenhängende Vermisstentage. In der Datenbank des Tierschutzvereines werden ebenso Altkleider- und Schrottsammlungen erfasst, die seit Jahren immer wieder mit den Tier-Diebstählen in Verbindung gebracht werden. Die Bürger aus dem Kreis Segeberg-West werden im Flyer „Achtung Tierfänger“ des Tierschutzvereins Westerwohld gebeten, Altkleider- oder Schrottsammlungen unter der Hotline des Tierschutzvereins 01639278278 zu melden. Der Tierschutzverein will Fakten schaffen und herausfinden, was an den Gerüchten dran ist. Tatsache ist, dass ca. 80 Prozent der Tiere im gleichen Zeitraum einer solchen Sammlung verschwunden sind. Allerdings verschwinden die Tiere nicht beim Abholen der Altkleider mit oder in den Sammelbehältern, sondern innerhalb weniger Tage vor und nach der Sammlung. Auffällig ist, dass Ende des Jahres 2007 fünf Wochen keine Altkleidersammlung stattgefunden hat und in diesem Zeitraum auch keine Tiere verschwunden sind. Ob die Altkleidersammler nun die Tiere stehlen oder Tierfänger unter uns leben und mit den Altkleidersammlern zusammenarbeiten oder nur Trittbrettfahrer bei den Sammlungen sind, kann bis jetzt niemand sagen.

 Es haben sich inzwischen Zeugen beim Tierschutzverein Westerwohld gemeldet, die Diebstähle gesehen haben. Berichtet wurde von einer Halterin, die vom Fenster aus gesehen hat, wie ihr Hund aus ihrem eingezäunten Garten gestohlen wurde. Leider gelangte sie zu spät in den Garten, sie konnte nur noch sehen, wie der Transporter davonfuhr. Eine Zeugin aus Norderstedt in Schleswig-Holstein, nördlich von Hamburg, berichtete dem Tierschutzverein von einem Transporter vor ihrer Haustür, aus dem ein Miauen zu hören war. Die herbeigerufene Polizei überprüfte das Fahrzeug und stellte 8 Katzen in Käfigen sicher. Eine andere Zeugin hat gesehen, wie ein Fahrradfahrer am frühen Nachmittag an einer Straße eine am Wegesrand sitzende Katze in einem Sack verschwinden ließ und mit ihr davonfuhr. In der Stadt Mölln in Schleswig-Holstein wurde im letzten Jahr zweimal ein weißer Transporter mit Mecklenburger Kennzeichen beobachtet, dessen Insassen ausstiegen und am Wegesrand sitzende Katzen mit dem Kescher fingen. Eine Frau aus Flensburg berichtete dem Tierschutzverein, dass sie in Flensburg einen Transporter mit Kieler Kennzeichen am Wegesrand hat stehen sehen. Sie konnte durch die geöffnete Hintertür mehrere Käfige oder Boxen und Decken sehen.  

Nun folgte der Bericht vom Tierschutzverein Winsen. Sandra Marx, die auch zu den Betroffenen gehört, berichtete von den Auffälligkeiten beim Verschwinden von Hunden und Katzen. Auch in Rosengarten und Umgebung nördlich von Hamburg sind immer mehrere Tiere zur gleichen Zeit in unmittelbarer Nähe spurlos verschwunden und es hat fast immer eine Altkleider- oder Schrottsammlung stattgefunden. Sandra Marx berichtete, dass sie und auch Jenny Muhlack, beide Mitglieder und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen des Tierschutzvereins Winsen und Betreiber der Webseite http://www.katzenklau.de/von verdächtigen Sammlern verfolgt und bedroht worden sind.

 Heike Albertz, 1. Vorsitzende vom Tierschutzverein Buxtehude, berichtete, dass dort schon seit Jahren Katzen zeitnah in gleichen Wohngebieten verschwinden. Auffällig wurde dort, dass Katzen verschwanden und fremde Katzen gleicher Farbe dort zeitgleich aufgetaucht sind. Auch wenn das sehr merkwürdig klingen würde, so Heike Albertz, wird dies immer wieder festgestellt und zukünftig weiter genau beobachtet werden.

 Zum Schluss der Versammlung stellte sich Michael Herrentals aus Leverkusen, Betreiber der Internetseite http://www.haustierdiebstahl-in-deutschland.de den Gästen vor. Die Mitarbeiter erfassen seit Jahren bundesweit die Daten von Altkleider- und Schrott-Sammlungen, den gemeldeten vermissten Tiere sowie Meldungen über dubiose Tierfutterverkäufer und telefonische Meinungsumfragen nach Haustieren. Durch die deutschlandweite Erfassung möchte man Strukturen und Routen erkennen, verfolgen und vielleicht auch mal vorausschauen können. Michael Herrentals gibt den Teilnehmern Hinweise, worauf bei Sammlungen zu achten ist und welche Daten gemeldet werden sollten.  

Katrin Witthöft schließt die Versammlung und bedankt sich bei den Gästen für die Teilnahme.

 

 

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