Katzen spurlos verschwunden
uhl_p st. - Der Tierschutzverein warnt alle Katzenbesitzer, derzeit besonders gut auf ihre Tier aufzupassen: 'Seit Anfang August wurden bei uns 32 vermisste Tiere registriert", zählt Tierpflegerin Dora Prinz und befürchtet, dass dies nur die Spitze eines Eisbergs ist: Denn längst nicht alle Katzenbesitzer leiten eine Vermisstmeldung ans Tierheim weiter. Den Grund für das Verschwinden der Katzen kann Prinz nur ahnen: 'Vermutlich stecken Katzenfänger dahinter, die sich auf diese Art Katzenfelle beschaffen, die dann später als Heilmittel gegen Rheuma teuer verkauft werden". Prinz rät den Besitzern, mehrere Löcher an gut sichtbaren Stellen ins Fell ihrer Schmusetiger zu schneiden oder zu rasieren: Löchriger Pelz ist nicht zu verkaufen. Weiter empfiehlt sie, Katzen tätowieren oder mit einem winzigen Chip versehen zulassen. Allerdings funktioniert dieser 'Ausweis" nur, wenn das Tier auch registriert wurde. Wer Leute beobachtet, die sich als Tierfänger verdächtig machen, solle die Polizei rufen. Weitere Infos über Schutzmaßnahmen oder Verhaltensmaßregeln nach dem Verschwinden eines Tieres gibt es im Tierheim, Telefon (0671) 896 0 296.
Allgemeine Zeitung
24.09.2001
Jeder darf Altkleider sammeln
Karitativ oder kommerziell - Stets das Kleingedruckte lesen
KETTWIG. Der Aufruf lag im Briefkasten: Für Pater Rodriguez - die Mutter Theresa Asiens - sollen heute Altkleider und Schuhe gesammelt werden. Eine Telefonnummer in Niedersachsen ist der einzige Hinweis auf den Verfasser. Erst im Kleingedruckten ist zu lesen, dass die Aktion von einem kommerziellen Sammler durchgeführt wird - Zusatz: Dieser überführt regelmäßig Geldspenden an Pater Rodriguez. In welchem Umfang wollte die STADTTEIL-ZEITUNG von den Sammlern wissen und inwieweit Spender tatsächlich karitative Hilfe leisten. Unter der angegebenen Rufnummer 05341/229072 (Raum Salzgitter) ist ein Anrufbeantworter geschaltet; es meldet sich eine Altkleidersammelstelle. Der erbetene Rückruf erfolgte nicht. Vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (dzi) in Berlin, das ein Spendensiegel vergibt, war immerhin so viel zu erfahren: von Sammlungen für einen Pater Rodriguez hat man gehört, eine Privatinitiative - das dzi prüft nur Organisationen, ist daher nicht zuständig. Nicht zuständig ist auch das Ordnungsamt der Stadt: Seit 1998 müssen Sammlungen in NRW weder genehmigt noch angemeldet werden. Mitarbeiter Guido Krekeler: Jeder muss selbst prüfen, an wen er spenden will. Wer sich mit falschen Angaben getäuscht glaube, dem bleibe nur der Rechtsweg. Die Grenze zum Betrug ist fließend, sagt Willi Kassenböhmer, Sprecher der Essener Staatsanwaltschaft. Jeder Einzelfall sei zu prüfen. Sein Tipp: Stets das Kleingedruckte lesen. Oft fänden sich dort Zusätze wie gewerblich oder kommerziell. Aber manchem Spender sei das ohnehin egal - eine Frage der Einstellung. Schon am Samstag wird erneut gesammelt: von den Johannitern, die sich mit Namen und Anschrift auf ihren weiß-roten Sammeltüten zu erkennen geben. Die Spenden gehen an Kleiderkammern der Johanniter. Der Erlös ist für unsere Jugendarbeit bestimmt, versichert Rüttger Hollands, Vorsitzender der JUH Kettwig.
Informationen im Internet: www.dzi.de
WAZ
05.07.2001
Altkleider: Nicht jeder Sammler seriös
Gewerbliche arbeiten mit Tricks
Um an Altkleider zu kommen, täuschen gewerbliche Sammler schon mal einen wohltätigen Zweck vor. Auch bei den Postwurfsendungen, die viele Hattinger jetzt in ihren Briefkästen fanden, liegt dieser Verdacht nahe. Bitte helfen Sie mit, damit wir helfen können! steht in dicken Lettern auf dem Schreiben. Eine Kirche ist in einer Ecke abgebildet. Der Adressat bleibt unklar. Unter der angegebenen Handynummer ist eine Mailbox geschaltet. Umso deutlicher wird beschrieben, was der Absender begehrt: Alte Federbetten, Bekleidung und Schuhe will der Unbekannte am kommenden Dienstag möglichst zahlreich einsammeln. Trotz der Kirche auf dem Zettel - eine kirchliche Altkleider-Sammlung in Hattingen gibt es derzeit nicht. Das machen Brigitte Rozga vom Gemeindeverband der Kath. Kirchengemeinden im Kreisdekanat Hattingen-Schwelm und Marianne Schitralla vom Ev. Gesamtverband schnell klar. Beide betonen: Wenn unsere Gemeinden sammeln, stehen sie auf den Schreiben auch drauf. Seitdem Altkleidersammlungen nicht mehr genehmigungspflichtig sind, werde mit allen Tricks gearbeitet, schließlich sei damit eine Stange Geld zu machen, weiß Reinhard Birck, Chef des Ordnungsamtes. Unsere Behörde kann aber nur eingreifen, wenn Betrug vorliegt, erläutert er. Doch dafür müsse es erst mal Beweise geben. Gelegentlich versende das Innenministerium auch Warnmeldungen. Aber zurzeit liegt da keine vor. Birck rät, Altkleider lieber an die Organisationen vor Ort abzugeben. Da weiß man wenigstens, dass sie benötigt werden. hoy
WAZ
18.05.2001