Dubiose Sammlung
In Leverkusen und Umgebung sind seit kurzer Zeit Blätter für eine gemeinnützige Schuh- und Altkleidersammlung des „Fränkischen Blindenvereins“ im Umlauf. Offensichtlich seien hier Betrüger am Werk. Der Verein und die Adresse in Stuttgart existiere nicht, außerdem erreiche man bei der angegeben Telefonnummer rund um die Uhr bloß eine Mailbox, so der Blindenverein Rhein-Wupper nach eigenen Erkundungen. Heinz van Well warnt, man solle der Aufforderung zur Kleiderspende in diesem Fall nicht nachkommen. Er betonte, sein Verband habe mit dem dubiosen „Fränkischen Blindenverein“ nichts zu tun. (maw)
(KStA)
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Kölner Stadt – Anzeiger
15.10.2004
Vermisste Katzen geben Rätsel auf
Ständig verschwinden "Stubentiger" in Andernach und Umgebung - Sind Tierfänger unterwegs? - Polizei hat keine Hinweise
Wenn Ute Wickert an "Tessi" denkt, wird sie traurig. Seit drei Wochen fehlt von ihrer Katze jede Spur. "Allein im Juni wurden mehr als 20 Katzen als vermisst gemeldet", sagt Anja Ihmann vom Tierheim in Andernach. Katzenbesitzer vermuten, dass ihre Lieblinge eingefangen und an Labors verkauft wurden. Konkrete Hinweise gibt es aber keine. ANDERNACH."Tessi war eine besonders schöne Hauskatze", erinnert sich die Nickenicherin Ute Wickert. "Nicht nur ich - auch meine drei Kinder haben sehr an ihr gehangen." Am Morgen des 13. Juni haben sie die blau-graue Hauskatze zum letzten Mal gesehen. Esther Hartmann aus Andernach vermisst ebenfalls seit einiger Zeit ihre Katze. Hilfesuchend rief sie am 7. Juni beim Tierheim an, doch auch dort ist ihre "Jessy" bis heute nicht abgegeben worden. "Ich darf gar nicht dran denken, was aus ihr geworden ist", sagt sie. "Man hört ja immer wieder davon, dass Katzen in Labors verschwinden." Aber gibt es sie wirklich - umherziehende Banden, die die "Stubentiger" einfangen und an Labors oder an Pelzhersteller verkaufen? "Grundsätzlich auszuschließen ist das nicht", macht Günter Reusch vom Umwelt- und Tierschutzkommissariat der Kripo in Koblenz klar. "Allerdings ist mir kein aktenkundiger Fall aus den vergangenen drei Jahren bekannt." Marcel Zehe von der Polizei in Andernach weiß ebenfalls nichts von vermeintlichen Katzenfängern in der Region: "Natürlich ermitteln wir auch in solchen Angelegenheiten. Schließlich sind Katzen im Sinne des Gesetzes das Eigentum ihrer Besitzer. Aber in diesem Jahr wurde bei uns noch keine Katze als vermisst oder gestohlen gemeldet." Obwohl beide Beamte viel Verständnis für betroffene Tierfreunde zeigen, betont Reusch aber auch, dass "längst nicht jede verschwundene Katze" ein Fall für die Polizei sei. "Viele Tiere werden überfahren, andere streunen wochenlang umher und tauchen plötzlich wieder bei ihren Besitzern auf." Doch es gibt auch Tierliebhaber, die tatsächlich vermeintliche Katzendiebe in flagranti beobachtet haben. Die Nickenicherin Ursula Wenzel berichtet von zwei "Fängerinnen", die sich am späten Abend des 12. Juni vor dem Hof ihres Grundstücks auf die Lauer gelegt haben: "Ich war gerade ins Haus gegangen, als zwei Frauen - die eine war um die 40, die andere hatte schwarz gelockte Haare - versuchten, meine Katze Maxi mit Dosenfutter anzulocken. ,Na komm, na komm, ich hab hier ein Leckerchen für dich!`, rief die Dunkelhaarige mehrmals. Da habe ich im Schlafzimmer Licht angemacht, woraufhin die beiden Frauen direkt verschwanden." Ihrer Bekannten Ute Wenzel erzählte sie von dem Vorfall. Diese reagierte besorgt: "Unserem Kater Micky habe ich danach sofort eine Leine gekauft. Seitdem darf er nicht mehr allein draußen herumlaufen." Den Verlust ihrer Lieblingskatze Tessi meldete sie dem Tierheim in Andernach. "Tatsache ist, dass es im Juni deutlich mehr vermisste Katzen sind als in anderen Monaten", sagt Heimleiterin Anja Ihmann. Warum, das weiß sie auch nicht.
Rouven Wangelin
RZ-Online
02.07.2004